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Von unserer Mitarbeiterin Claudia Barner · 05.08.2013

Weil im Schönbuch: 25. Seenachtsfest als Schlusspunkt des Kultursommers

Weil im Schönbuch: 25. Seenachtsfest der Feuerwehr als krönender Schlusspunkt des Kultursommers zum 825-jährigen Gemeindejubiläum / Festmeile am Seeufer

Zwei Wochen lang hat die Gemeinde Weil im Schönbuch beim Kultursommer ihren 825. Geburtstag zelebriert. Am Samstag nun setzte die örtliche Feuerwehr mit dem Seenachtsfest einen fulminanten Schlusspunkt hinter das abwechslungsreiche Programm.

Gutes Wetter, gute Laune und gute Unterhaltung – wenn alle Faktoren stimmen, wird das Ufer des Weilemer Feuerwehrteichs Anfang August zur belebten Festmeile. Zeit zu flanieren und sich zu zeigen. Zeit, mit Freuden zusammenzusitzen. Zeit, um am Wasser die Seele baumeln zu lassen. „Heute ist der perfekte Tag für unser Fest“, prognostizierte Berthold Löffler bereits am späten Nachmittag. Seit vielen Jahren führt er beim bunten Treiben am See die Regie und er sollte Recht behalten. Aus Weil und den Nachbarorten strömten mehr als 3000 Besucher nach Weil und sorgten für ausgelassene Partystimmung.

Wer bisher noch nicht mitbekommen hatte, wie alt die Schönbuchgemeinde wird, konnte die Bildungslücke beim großen Musikfeuerwerk schließen. Die Experten der Sindelfinger Firma Skyfire, die den pyrotechnischen Farbenzauber diesmal übernommen hatten, ließen auf einer großen Tafel die Zahl 825 abbrennen. Doch auch für die Organisatoren von der Weilemer Wehr war es ein besonderer Abend. Sie hatten das Seenachtsfest vor 25 Jahren zum 800. Geburtstag der Gemeinde aus der Taufe gehoben und feierten ebenfalls Jubiläum.

Die Idee für eine Hocketse am See hatte damals Kassier Ewald Wurster. Er war mit Verwandten aus den USA zu einem Ausflug in den Schwarzwald aufgebrochen. Als sich gegen Abend der Hunger regte, entdeckte die kleine Gruppe ein Schild, das sie zum Seenachtsfest der Feuerwehr im Altensteiger Ortsteil Berneck führte. „Ich habe sofort gewusst: Das ist auch etwas für uns“, erinnert sich Wurster. Beim nächsten Treffen der Weilemer Wehr schlug er das Konzept vor – und handelte sich erst mal eine Abfuhr ein.

Bürgermeister Paul Mast stärkte Ewald Wurster damals den Rücken und bot die Gemeinde als Partner an. Daraufhin ließen sich die Retter auf das Wagnis ein. „Das Fest war sofort ein großer Erfolg. Aber natürlich war 1988 alles noch viel kleiner“, berichtet Berthold Löffler. Die See überspannende Beleuchtung gab es zum Beispiel noch nicht. Man behalf sich mit Teelichtern, die auf Holzbrettern über das Wasser trieben.

In den Folgejahren wurde experimentiert. Da gab es Fallschirmspringer, die im See landeten. Das Technische Hilfswerk versuchte sich an einer Seebühne. Vieles wurde probiert, manches wieder verworfen. Seit Jahren gehören die Auftritte örtlicher Vereine, das Bootfahren auf dem See und die Musik der Stimmungsband Grafenberger Spatzen fest zum Programm. „So wie das Seenachtsfest heute abläuft, hat es sich als absoluter Publikumsmagnet erwiesen“, bilanziert Berthold Löffler. Alles soll so bleiben, wie es ist. Zumindest bis 2015. Dann zieht die Feuerwehr voraussichtlich ins neue Rettungszentrum im Fleckert um und muss ihr Festkonzept neu überdenken.

Das 25. Seenachtsfest auf dem Weilemer Feuerwehrteich war in diesem Jahr der Abschluss des Kultursommers zum 825-jährigen Bestehen von Weil im Schönbuch. Bild: Barner