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Von unserem Redakteur 
Jürgen Wegner · 24.01.2020

Wasser aus Sindelfinger Hähnen

Studenten aus aller Herren Länder lassen sich von den Stadtwerken zeigen, wie Wasserversorgung Made in Germany funktioniert

Die Studenten haben fast schon feuchte Augen. 6000 Kubikmeter Reinwasser liegen still und stumm im Tank auf der Steige unterhalb des Krankenhauses. Aufbereitet und bereit, aus Sindelfinger Wasserhähnen in Karaffen und Kochtöpfe zu fließen.

 

Wasser ist kostbare Ware, der Kampf darum gewinnt an Härte und die Metropolen schießen in den Himmel. Indien zum Beispiel. In der Hightech-Hochburg Bangalore, oft gerühmt als „Silicon Valley Asiens“, zeigen sich die Schattenseiten des Booms: Die Infrastruktur ist gefährlich marode, die Personalkosten explodieren, die Slums wuchern. Der 23-Jährige Radhakrishna rechnet damit, dass sich die 12-Millionen-Menschen-Metropole in der kommenden Dekade verdoppelt und blickt jetzt in dieses kristallklare Wasser.

 

 

Radhakrishna lernt derzeit in Büsnau, wie er Menschen mit Wasser versorgen können. Wie ein Schwamm saugt er bei am Institut für Siedlungswasserbau, Wassergüte- und Abfallwirtschaft der Uni Stuttgart die Fakten auf, die bei diesem Programm ausschließlich auf Englisch angeboten werden. Und weil die Hochschule seit Jahren mit den Sindelfinger Stadtwerken kooperiert, lassen sie sich die Einladung von Carolin Bromann nicht entgehen. Sie hat selbst am Institut studiert, hält die Führung auf Englisch, arbeitet bei den Stadtwerken im Technisches Anlagen- und Regulierungsmanagement als Gruppenleiterin und wenn einmal eine Frage für ein paar Sekunden offen bleibt, springt Wassermeister Michael Suffner ein, er erklärt Hintergründe wie diese:



• Pro Kilogramm Körpergewicht benötigt der Mensch bei normaler Belastung etwa 30 Milliliter Wasser, bei 80 Kilogramm macht das etwa 2,4 Liter.



• Ein Drittel des Wassers kommt aus Sindelfinger Untergrund, der Rest fließt durch eine etwa 200 Kilometer lange Leitung vom Bodensee in die Stadt und braucht dafür anderthalb Tage.



• Fließt bräunliches Wasser aus dem Hahn? Bei alten Leitungen kommt das öfter vor, ist aber kein Problem, sagt Michael Suffner: „Das sind Rückstände von Eisen und Mangan, dafür gibt es keiner Grenzwerte, das ist unbedenklich, auch wenn es einen seltsamen Geruch haben sollte.“ Trotzdem rät er, einfach ein paar Minuten das Wasser laufen zu lassen, dann wird es klarer.



• Milchiges Wasser? Auch das sollte völlig in Ordnung sein. „Das liegt meistens daran, dass im Perlator, also im Sieb des Hahns, Verwirbelungen entstehen. Dadurch kommt Sauerstoff ins Wasser, der schnell wieder entweicht“, sagt Michael Suffner. In einem Glas kann man beobachten, wie das Wasser innerhalb kurzer Zeit wieder klar wird.

 

 

Die ganze Geschichte steht auf www.szbz.de und am Samstag in der Sindelfinger Zeitung/Böblinger Zeitung