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10.03.2018

Was macht wirklich Sinn?

zu: „Viele Ausnahmen von Fahrverboten“ (SZ/BZ vom 2. März)

Beim Lesen dieses Artikels konnte ich nur den Kopf schütteln, was sich da Beamte zum Thema „Ausnahmen vom Fahrverbot“ ausgedacht haben. Von den zahlreichen, angedachten Ausnahmen, möchte ich nur zwei herausgreifen, um aufzuzeigen, was man sich da teilweise für einen Unsinn ausgedacht hat. Ich selbst fahre ein Diesel VW-Bus (Euro 5 Norm), der mit einer eingebauten Küchenzelle versehen ist und somit bei der Zulassung als Wohnmobil eingestuft wurde. Nun welche Freude, für das Fahrzeug ist eine Ausnahme vom Fahrverbot vorgesehen, wenn die Fahrt Urlaubszwecken dient.

Da ich immer mal gerne einen Urlaubstag dazu nütze, um von Sindelfingen ins Remstal zu fahren, um dort ein paar Stunden durch die Weinberge zu wandern oder mit dem Mountainbike eine Tour zu fahren, bin ich vom Fahrverbot ausgeschlossen. Nur, wie weise ich bei einer Kontrolle nach, dass ich mich auf „Urlaubsfahrt“ befinde? Vielleicht durch eine Kopie vom Urlaubsantrag, der vom Arbeitgeber genehmigt wurde? Geht aber nicht, da ich Rentner bin. Vielleicht wird überprüft, ob ich genügend Wäsche zum Wechseln und einen Kulturbeutel mitführe? Dies hat man ja in der Regel im Wohnmobil dabei, wenn man sich auf Urlaubsfahrt befindet.

Das bedeutet, in Zukunft bei Fahrten durch Stuttgart immer neben dem Warndreieck auch ein paar Urlaubsutensilien als „Beweismaterial“ im Wohnmobil mitführen. Wenn die Angelegenheit nicht so ernst wäre, könnte man darüber lachen.

Eine weitere Ausnahme verwundert mich ebenfalls. Aus welchem Grund werden Zivilfahrzeuge der Bundeswehr vom Fahrverbot ausgenommen? Da will sich der Staat, obwohl die Steuereinnahmen nur so sprudeln, wohl um die zeitnahe Umrüstung seines Fuhrparks drücken. Vom kleinen Steuerzahler kann man das sehr wohl verlangen.

Darum, liebe Beamte im Regierungspräsidium, meine Bitte, wenn schon Fahrverbote ausgesprochen werden, lieber noch mal eine Nacht, besser ein paar Wochen darüber nachdenken, was wirklich Sinn macht, um die Luft in den betroffenen Städten zu verbessern, als Verbote zu erlassen, deren Einhaltung so gut wie nicht zu kontrollieren ist und die dem Bürger so auch nicht vermittelt werden können.

Klaus Bernhard, Maichingen