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Von Chefredakteur Jürgen Haar · 23.07.2019

So schafft sich die Kirche ab

Kirchenaustritte: Wie nicht anders zu erwarten, hat der EKD-Ratsvorsitzende Heinrich Bedford-Strohm die erneut hohe Zahl von Kirchenaustritten bei der evangelischen Kirche im letzten Jahr als Gott gegeben hingestellt. Man könne, so Bedford-Strohm, heute anders als halt früher, völlig frei entscheiden, ob man in der Kirchen bleiben wolle. Mehr ist dem obersten Protestanten in Deutschland als Grund für den Austritt von 220 000 Protestanten im Jahr 2018 nicht eingefallen.


Auf die Idee, dass sich immer mehr Gläubige von der Kirche entfremden und keine Bindung mehr haben, weil der Kompass nicht mehr stimmt und die Oberen ganz offensichtlich die christliche Religion verleugnen, kommen die Kirchenvertreter nicht. Beim Besuch auf dem Tempelberg haben Bedford-Strohm und sein katholischer Kollege Reinhard Marx das Kreuz abgelegt, um Konflikte zu vermeiden. Man könnte es auch Unterwerfung nennen.


Dass ausgerechnet die katholische Kirche gegen den „Kreuz-Erlass“ der bayerischen Landesregierung Front gemacht hat, ist ein weiterer Treppenwitz aus der Amtszeit von Kardinal Marx. Dass der Vorsitzende der Bischofskonferenz nicht will, dass das Kreuz in öffentlichen Gebäuden aufgehängt wird, verstehe, wer will.


Wenn man dann noch liest, dass sich die evangelische Kirche in Mitteldeutschland in die Verkehrspolitik einmischt und ein Tempolimit für Autobahnen fordert, wundert es nicht, dass für Seelsorge oder andere wichtige Aufgaben der Kirche keine Zeit und kein Raum mehr da ist.


So jedenfalls schafft sich die Kirche auf Dauer ab.