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Von Hansjörg Jung · 08.07.2018

Schwungvolles Bekenntnis zur kulturellen Vielfalt

Sindelfingen: Die Uraufführung der Misa Latina bei der Wassermusik geriet zum berauschenden Erlebnis von Rhythmus, Klang und Harmonie

Stimmungsvolles Konzert am Klostersee. Bild SMDG/Dettenmeyer

Bevor der erste Funke des grandiosen Feuerzaubers im Sindelfinger Nachthimmel verglühte, hatten der Projektchor der Sindelfinger Wassermusik und das Stuttgarter Orchester der Kulturen bereits zuvor ein musikalisches Feuerwerk auf der schwimmenden Bühne abgebrannt. Die Uraufführung der Misa Latina, aus der Feder vor Adrian Werum und Christian Mejia, geriet dabei nicht zur todernsten Messe, sondern zu einem schwungvollen Bekenntnis an die kulturelle Vielfalt und dass die Welt, in der wir leben, die einzige ist – und uns deshalb alle als Erdenbewohner verbindet.
Ein Abend voller musikalischer Überraschungen, von rhythmischen Brüchen, unorthodoxen Variationen und Entwicklungen von Themen und nicht zuletzt durch die Besetzung des Orchesters, bei dem unter anderem Keyboard, Hackbrett und vor allem Conga, Djembe und Cajon das sinfonische Standardprogramm ergänzen.
Neben den Solisten Mohammad Habbal, Debora Vilchez, Jaqueline Castellanos und der Sopranistin Cornelia Lanz war es die stimmliche Macht und Finesse des Projektchors unter der Leitung von Bezirkskantor Daniel Tepper, der Misa Latina das klangliche Rückgrat gaben. Der Projektchor besteht aus dem Sindelfinger Kinder- und Jugendchor, der Cappella Nuova, ExSAMple, dem Chor der Kulturen und weiteren Projektsängern. Obwohl Chor und Orchester kaum gemeinsame Proben hatten und vor der Aufführung nur wenig Zeit zum Einsingen und zur Abstimmung mit dem Orchester blieb, wuchsen sie alle zu einem beachtlichen, harmonischen Klangkörper zusammen. „Vor allem für die Kollegen vom Ton war dies ein Ritt auf der Rasierklinge – eine echte Herausforderung“, sagte Stadtmusikdirektor Markus Nau.
„Ein Abend für Sindelfingen“, freute sich der Stadtmusikdirektor. „Das haben die beiden Jungs echt gut gemacht, und ich bin froh, dass alles so gut über die Bühne lief“, sagte er mit Blick auf Adrian Werum und Daniel Tepper. Auch die Komponisten Adrian Werum und Christian Mejia strahlten nach dem Konzert um die Wette. Vor allem der Ecuadorianer Christian Mejia, der zunächst terminlich verhindert war und so einen Teil der Uraufführung verpasst hatte. „Die Zusammenarbeit mit Daniel Tepper und die Offenheit in Sindelfingen sind toll. Wir wollten ja nicht für den Intellekt einiger weniger komponieren. Die Misa Latina soll eine sinnliche Erfahrung für alle sein“, sagte Adrian Werum. Mehr dazu lesen Sie in der Montagsausgabe der SZ/BZ.

 

Dazu gibt es zwei Online-Bildergalerien.