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14.06.2018

Ronaldo, Ramos und ein Weltmeister im Sticheln

Im qualitativ vielleicht besten Spiel der Weltmeisterschaftsvorrunde stehen sich heute Abend Portugal und Spanien gegenüber. Dem Duell der beiden vergangenen Europameister fiebern auch die hiesigen Fans entgegen. So unter anderem Antonio „Toni“ Serrao (40) aus Maichingen und Aurelio „Aure“ Salas (50) aus Sindelfingen, die einst gemeinsam beim spanischen Verein CDE Sindelfingen aktiv am Ball waren.

en trafen sich die beiden und gaben ihre Prognosen für das Spiel ab – inklusive kleiner Sticheleien.
Als langjährige Teamkollegen bei CDE Sindelfingen, wie hat man denn in der ehemaligen Mannschaft, die aus verschiedenen Nationen bestand, die Duelle zwischen Portugal und Spanien früher erlebt?
Aurelio Salas: „Im Grunde gab und gibt es keine große Rivalität zwischen Portugal und Spanien, von Problemen ganz zu schweigen. Man hat schon damals ein wenig gestichelt, aber alles in fairem Rahmen. Was das Sticheln anbetrifft, da ist Toni bis heute unerreicht. In dieser Disziplin ist er Weltmeister.“
Kleine Reibereien
gibt es schon

Antonio Serrao: „Kleinere verbale Reibereien gab es schon, und die gibt es auch heute noch. Zu Zeiten, als wir bei CDE Sindelfingen aktiv waren, gab es nie Probleme. Was daran liegt, dass bei uns Spieler aus verschiedenen Ländern vertreten waren. Das war eine unglaublich schöne Zeit.“
In den letzten Jahren lief es für beide Nationalteams ziemlich gut.
Aurelio Salas: „Das kann man wohl sagen. In den vergangenen Jahren hatten beide Länder reichlich Grund zum Jubeln. Wir Spanier mit dem WM-Sieg 2010 und den beiden EM-Titeln 2008 und 2012, Portugal mit dem EM-Gewinn 2016.“
Antonio Serrao: „Deshalb gab und gibt es auch keine große Rivalität auf der iberischen Halbinsel. Was wohl damit zu tun hat, dass Portugal fußballtechnisch erst in diesem Jahrtausend eine Hausnummer geworden ist. Die Krönung war natürlich der EM-Sieg vor zwei Jahren.“
Wie schätzen Sie die Chancen ein, auch von der WM in Russland einen Pokal mit nach Hause bringen zu können?
Antonio Serrao: „Ich sehe richtig gute Chancen, dass wir nach dem ersten EM-Gewinn auch erstmals bei einer WM ganz oben stehen könnten. Alles steht und fällt mit Cristiano Ronaldo. Das wird voraussichtlich seine letzte WM werden, und er will noch mal das Team anführen. Sein zweiter Vorname ist ‘Ehrgeiz’, deshalb bin ich zuversichtlich, dass die Jungs was reißen werden.“
Aurelio Salas: „Nach dem Theater um die Trainerentlassung vorgestern bin ich hin- und hergerissen. Zum einen glaube ich nicht, dass die Ereignisse spurlos an der Mannschaft vorbeigehen werden. Andererseits hoffe ich aber auch auf eine Trotzreaktion nach dem Motto ‘Jetzt erst recht!’. Italien hat es ja 2006 vorgemacht. Mit einem Skandal im Rücken ist Italien Weltmeister geworden.“
Auf was wird es ankommen, damit Ihre Mannschaft so lange wie möglich im Turnier bleibt?
Aurelio Salas: „Rein fußballerisch haben wir eine der drei besten Mannschaften bei diesem Turnier. Wenn sich Iniesta und Isco in Normalform präsentieren, dann bleiben wir bis zum Schluss dabei.
An dem kommt
eh niemand vorbei

Außerdem haben wir hinten noch Ramos, an dem kommt eh niemand vorbei. Aber im Grunde wird es bei uns tatsächlich nur darauf ankommen, wie der neue Coach Fernando Hierro das Hickhack um seinen entlassenen Vorgänger Julen Lopetegui ausblenden kann.“
Antonio Serrao: „Das Motto Portugals zur EM in Frankreich war: ‘Wir sind nicht elf, sondern elf Millionen!’. Wenn es uns gelingt, diesen Geist von vor zwei Jahren wiederzubeleben, dann werden wir bei der WM sieben Spiele absolvieren.“
Was gefällt Ihnen an der gegnerischen Mannschaft?
Aurelio Salas: „Portugal macht aus wenig viel. Europameister sind die Portugiesen nicht mit Zauberfußball geworden, aber sie waren eine Einheit auf dem Platz. Und das steht immer über dem Individuellen.“
Antonio Serrao: „Gefühlt hat Spanien auf jeder Position einen Weltklassespieler und ist uns da klar überlegen.
Wir haben einige Granaten zu bieten

Aber es ist ja nicht so, dass ein Moutinho oder Quaresma nur bei Holzgerlingen II spielen würden. Wir haben abgesehen von Ronaldo auch einige Granaten zu bieten.“
Wo schauen Sie das Spiel an?
Aurelio Salas: „Natürlich im Eiscafé Firenze auf dem Goldberg. Da parallel am Wochenende auch das Goldbergfest steigt, wird es reichlich Paella geben.“
Antonio Serrao: „Normalerweise wäre ich auch im Eiscafé, aber ich werde das Spiel in Lissabon schauen, da ich über das Wochenende auf einem Junggesellenabschied bin.“
Wie geht das Spiel aus?
Aurelio Salas: „3:1 für Spanien.“
Antonio Serrao: „Da halte ich dagegen: 3:1 für Portugal.“
Wie schneidet Deutschland ab?
Aurelio Salas: „Wie immer – unter den letzten Vier.“
Antonio Serrao: „Den Titelverteidiger erwischt’s im Viertelfinale. Aber egal wann Deutschland auch rausfliegt, die Sündenböcke stehen ja eh schon fest.“