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Von unserem Redakteur Karlheinz Reichert · 15.10.2008

Richtfest am 30-Millionen-Neubau

Ehningen: IBM-Chef Martin Jetter fordert für eine staufreie Anfahrt zu seiner künftigen Hauptverwaltung den Ausbau der Autobahn

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ong>An der künftigen IBM-Hauptverwaltung in Ehningen wurde gestern das Richtfest gefeiert. In den letzten Wochen wurde an dem Bau rund um die Uhr gearbeitet, um den Rückstand im Bauzeitenplan aufzuholen. Einziehen wird die deutsche Tochter des US-Elektronikkonzerns vom kommenden Sommer an. Komplett fertig sein soll der Neubau im kommenden Oktober.

 

Die IBM wird alle ihre Standorte im Raum Stuttgart, ausgenommen das Labor am Schönaicher First (Böblingen), am Ehninger Keltenwald zusammenziehen. Derzeit sind dort im Rechenzentrum 800 Mitarbeiter beschäftigt. Im Neubau sollen 2400 Arbeitsplätze untergebracht werden - für 3000 IBM-er.

 

"Wir übernehmen unser E-Place-Konzept, das hat sich bewährt. Wir wollen damit der zunehmenden Mobilität unserer Mitabeiter Rechnung tragen", sagte gestern Martin Jetter, der Vorsitzende der Geschäftsführung der IBM Deutschland GmbH. Da viele von Zuhause aus oder beim Kunden arbeiten würden, brauche nicht jeder einen komplett eingerichteten Arbeitsplatz in der Hauptverwaltung.

 

Busverkehr von der S-Bahn zur IBM?

 

Mit einem neuen Kundenforum will die IBM künftig täglich 600 Nicht-IBM-er nach Ehningen bringen. "Da wird's künftig richtig florieren in der Gemeinde", versprach Jetter an Ehningens Bürgermeister Claus Unger gerichtet.

 

Dass dabei die Zusammenarbeit nicht funktionieren könnte, diese Befürchtung hat der IBM-Chef nicht: "Die Gemeinde und der Landkreis haben uns bisher vorbildlich unterstützt." Das habe mit der Baugenehmigung angefangen und setze sich mit der Anbindung des Geländes an das Straßennetz fort. Laut Unger kostet diese die Gemeinde 520 000 Euro: "Sehr gut angelegtes Geld."

 

Kritik übte Martin Jetter dagegen an Bund und Land: "Wir hoffen, dass die Autobahn ausgebaut wird." Die IBM habe schon die Erwartung, dass die Infrastruktur so gut sein müsse, dass ihre Kunden ohne Stau zu ihr kommen könnten. Das, so Jetter, habe er auch dem Ministerpräsidenten schon gesagt.

 

Der neue Landrat Roland Bernhard sicherte dem Unternehmen zu, dass er hier mitkämpfe: "Ich bin selber ein Opfer des tagtäglichen Staus. Der neue Landrat gibt hier Gas. Da können Sie drauf setzen, Herr Jetter." Mit einer kleinen Deckelvariante zwischen Böblingen und Sindelfingen will sich Bernhard auch nicht abspeisen lassen: "Der Deckel auf die A 81 muss kommen und muss ausreichend sein."

 

Für Claus Unger soll die Zusammenarbeit mit dem Unternehmen nach der Ansiedlung nicht abgeschlossen sein. Es sei auch künftig noch einiges gemeinsam zu stemmen, sagte er. Er denke da an die Kinderbetreuung und an einen gemeindlichen Buspendelverkehr von der S-Bahn zur IBM und zur benachbarten Bertrandt AG. Unger: "Den kann ich mir sehr gut vorstellen."

 

12 000 Quadratmeter für neue Büros

 

Bauherr der neuen IBM-Hauptverwaltung ist eine gemeinsame Gesellschaft der LBBW-Immobilien GmbH (Stuttgart) und der FOM Real Estate GmbH (Heidelberg). Diese hat im letzten Jahr Teile des Ehninger IBM-Geländes (das Rechenzentrum ausgenommen) und weitere Standorte des Elektronikkonzerns übernommen.

 

Auf 4500 Quadratmeter Grundfläche entsteht ein vierstöckiges Gebäude mit 12 000 Quadratmeter Bürofläche. Im Zentrum des vom Berliner Architekturbüro Gewers, Kühn + Kühn entworfenen Hauses stehen das Foyer und das Forum, sozusagen wie eine Nabe, von der fünf Bürotrakte speichenförmig ausgehen.

 

Das Gebäude wird von der Zechbau GmbH (Niederlassung Stuttgart) und der Haga Metallbau GmbH (Hofheim) schlüsselfertig erstellt. Bei den Auftragsverhandlungen, so Zechbau-Geschäftsführer Günter Zimmer, hätten - aus finanziellen Gründen - die Köpfe geraucht. Nach Angaben eines FOM-Sprechers belaufen sich die Baukosten auf 30 Millionen Euro.

 

Der Rohbau der neuen IBM-Hauptverwaltung in Ehningen steht. Landrat Roland Bernhard brachte zum Richtfest die Rohbauabnahmebescheinigung mit. Die Festversammlung bestaunt zwei der fünf künftigen Bürotrakte. Bild: Stampe