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Von unserem Mitarbeiter Thomas Oberdorfer · 27.06.2011

Ohne abschreckende Wirkung

Böblingen/Renningen: 19-Jähriger zum wiederholten Mal verurteilt

Der Angeklagte Rashid K. (Name von der Redaktion geändert) ist bereits im Jahr 2005 erstmals polizeilich in Erscheinung getreten, er verübte einen Diebstahl. Daran knüpften ein weiterer Diebstahl und ein Hausfriedensbruch an, ehe er 2007 erstmals wegen einer Körperverletzung zu einer Jugendstrafe verurteilt wurde. 2008 kam eine gefährliche Körperverletzung hinzu, und am 2. Dezember des vergangenen Jahres wurde er unter Einbeziehung verschiedener Urteile und wegen einer neuerlichen gefährlichen Körperverletzung zu der Jugendstrafe von zwei Jahren und sechs Monaten ohne Bewährung verurteilt.

Gemeinsam mit anderen Jugendlichen trat er auf eine Person ein. Rashid K. tat sich durch zumindest einen Tritt von oben ins Gesicht des Opfers hervor. Es erlitt eine Schädelfraktur, leidet bis heute massiv unter den körperlichen und psychischen Folgen der Tat.

Das Urteil war noch nicht rechtskräftig, als Rashid K. erneut gewalttätig wurde. Diesmal war seine ehemalige Freundin das Opfer. Am 4. März dieses Jahres attackierte er sie in einem Jugendhaus, verpasste ihr mehrfach Ohrfeigen, einen Faustschlag ins Gesicht, zog ihr an den Haaren, trat ihr gegen die Beine, warf sie in ein Gebüsch, gab ihr eine Kopfnuss. Mehrere Jugendliche eilten der 17-jährigen Doris T. zur Hilfe und zogen den Angeklagten von ihr weg. Doris T. erlitt eine Kiefer- sowie eine Schädelprellung. „Er wollte ständig mit mir reden, ich aber nicht mit ihm. Plötzlich ist er ausgerastet“, sagte Doris T.

Rashid K. wurde in Handschellen in den Gerichtssaal geführt, seit dem 6. Juni sitzt er die am 2. Dezember ausgeworfene Jugendstrafe ab. Er versuchte, betont lässig und cool zu wirken. Die Vorhalte in der Anklage gab er zu. „Die Anklage stimmt voll. Mehr will ich eigentlich nicht dazu sagen“, so Rashid K.

In den Plädoyers ging es im Wesentlichen um die Höhe der Strafe. Unter Einbeziehung des Urteils vom Dezember vergangenen Jahres forderte der Staatsanwalt wegen der erneuten Körperverletzung eine Einheitsjugendstrafe von drei Jahren und drei Monaten, der Verteidiger eine solche in Höhe von zwei Jahren und neun Monaten. Das Gericht schloss sich dem Antrag des Anklagevertreters an.