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Von unserem Mitarbeiter Heinz Richter · 11.05.2012

Nachhaltigkeit als Leitgedanke

Aidlingen: Gemeinde ist die erste Fair-Trade-Town im Kreis Böblingen und „mächtig stolz“

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ong>„London, Kopenhagen und Aidlingen. Was haben alle gemeinsam?“, fragte die Ministerin im Stuttgarter Staatsministerium, Silke Krebs, im Deufringer Schloss und gab auch gleich die Antwort: „Sie sind Fair-Trade-Towns“. Als 81. Fair-Trade-Town in Deutschland wurde Aidlingen bei einem Festakt in den erlauchten Kreis aufgenommen.

Weltweit gibt es über tausend Städte und Gemeinden. Dabei wird Town einfach als Gemeinde und nicht als Stadt übersetzt. 44 Gemeinden sind es in Baden-Württemberg, die sich mit dem Fair-Trade-Siegel schmücken dürfen.

Mit Trommelgesang begrüßte der Deufringer Chor „Con-Takt“ die Besucher im voll besetzten Schlosskeller. „Es ist etwas im Busch“, verkündete Aidlingens Bürgermeister Ekkehard Fauth. Als erste Gemeinde im Kreis Böblingen werde Aidlingen als Fair-Trade-Gemeinde ausgezeichnet. „Darauf sind wir mächtig stolz“, freute sich der Schultes.

Der Bürgermeister führt die Anfänge auf 2009 zurück, als es Überlegungen gab, einen Eine-Welt-Laden in einer alten Schmiede in Deufringen zu eröffnen. Ende 2010 öffnete der Laden dann, jedoch in Dachtel. Ein Verein wurde dazu gegründet. 70 Gründungsmitglied unterschrieben.

Als Fernziel wurde die „Fair-Trade-Gemeinde“ in einem Lenkungsausschuss ausgerufen. Dann ging alles ziemlich schnell. Bürgermeister Fauth engagierte sich gegen Kinderarbeit. Der Künstler Richard Hillinger wurde auf ihn aufmerksam und im Aidlinger Rathaus landete eine von 30 goldenen Friedenstauben des Künstlers, denen gewidmet, die sich für die Einhaltung von Menschenrechten einsetzen. „Mein Büro ist seither von einer ganz besonderen Atmosphäre erfüllt“, sagt der Bürgermeister.

Verschiedene Einzelhändler, alle Kirchengemeinden, Schulen und Aidlingens größter Verein, die Sportvereinigung, sprachen sich für Waren aus dem „fairen Handel“ aus. Die Nachhaltigkeit sei auch ein Leitgedanke der Landesregierung, betonte Ministerin Silke Krebs. „Bürgerschaftliches Engagement wie hier in Aidlingen ist wichtig“, betonte die Ministerin.

„Fair Trade ist ein kleiner, aber wichtiger Beitrag, dass es in unserer Welt humaner zugeht“, betonte Landrat Roland Bernhard. Kathrin Bremer, Leiterin der Kampagne „Fairtrade-Towns“ war von Köln gekommen und überreichte Bürgermeister Fauth die Auszeichnung als Urkunde. Fünf Kriterien seien zu erfüllen, um „Fair-Trade-Town“ zu werden.

Aidlingen habe alle erfüllt: ein Ratsbeschluss für diese Produkte, eine Steuerungsgruppe, mindestens vier Geschäfte, die mit den Produkten handeln, Schulen, Kirchen und Vereine einbeziehen und Berichte darüber in den Medien. „Wir werden dauerhaft Fair-Trade bleiben“, versprach Bürgermeister Fauth nach der Überreichung.

Mit Trommeln traten Sängerinnen und Sänger des Deufringer Chores „Con-Takt“ im Schlosskeller auf. Bild: Richter