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Daniel Krauter · 21.08.2018

Landrat setzt auf Gespräch mit der Allianz

Böblingen: Am 5. September trifft sich Roland Bernhard mit der Allianz-Versicherung, um über die Entschädigungssumme zu diskutieren / Bis zu 17 Millionen Euro angepeilt

Nach Erdwärmebohrungen sind in Böblingen an 200 Häusern erhebliche Schäden entstanden (die SZ/BZ berichtete). Am 5. September sucht Landrat Roland Bernhard das Gespräch mit der Allianz, um über die Entschädigungen für die Betroffenen zu diskutieren. Um eine Gesamtsumme von mindestens 12 Millionen Euro, im Idealfall um 17 Millionen Euro soll es dabei gehen.

Ende Juli haben die Sanierer der defekten Erdwärmesonden Böblingen verlassen. Das Landratsamt bestätigte, dass die Abdichtung aller Erdwärmebohrungen durch die Firma Keller abgeschlossen worden ist. Damit endete ein knapp vierjähriges Kapitel, das mit den Sanierungen der ersten Bohrungen im Oktober 2014 begonnen hatte. Läuft nun alles nach Plan, gehen die Erdhebungen weiter zurück. Darauf hoffen die rund 200 Hausbesitzer, die von den Schäden betroffen sind.
„Sie können sich absolut sicher sein. Die Schäden durch die Erdbohrungen in Böblingen sind bei der Allianz Chefsache. Nur wenn wir mit einer gemeinsamen Stimme sprechen, dann erreichen wir auch etwas“, sagte Landrat Roland Bernhard gestern Abend im Martin-Luther-Gemeindehaus in Böblingen. Am 5. September trifft sich Roland Bernhard nun zu einem Spitzengespräch mit der Allianz-Versicherung, um über die Entschädigungen für die Betroffenen zu diskutieren. Bei dem Gespräch soll es um eine Gesamtsumme von mindestens 12 Millionen Euro, im Idealfall um 17 Millionen Euro gehen.
Rund 70 Betroffene der Erdbohrungen waren im evangelischen Gemeindehaus anwesend und ließen ihrem Unmut freien Lauf. Die Diskussion blieb auf einer sachlichen Ebene. Nicht nur der Landrat, auch Böblingens Oberbürgermeister Dr. Stefan Belz sicherte den Betroffenen seine volle Unterstützung zu. „Was die Fragen zum Schadensersatz anbelangt, sind wir in letzter Zeit einen erheblichen Schritt weiter gekommen. In Zukunft geht es nun darum, das Bestmögliche für alle Betroffenen herauszuholen, damit Sie wieder gut schlafen können“, sagte der Böblinger OB in Richtung der Geothermie-Geschädigten.
Große Solidarität
Roland Bernhard hält von der Idee des CDU-Gemeinderat-Trios Daniela Braun, Willi Braumann und Armin Kienle einen Hilfsfonds zu initiieren, relativ wenig. „Wir müssen nun alle gemeinsam unsere Anstrengungen auf die Gespräche mit der Allianz konzentrieren und dabei das bestmögliche Ergebnis für die Betroffenen erreichen. Es bringt überhaupt nichts, wenn wir Nebenkriegsschauplätze aufmachen. Wir werden nur gemeinsam erfolgreich sein. Mit der Interessensgemeinschaft Böblinger Erdhebungen (IGE) bin ich in einem regelmäßigen und sehr konstruktiven Austausch. Dies wird auch bei der Allianz positiv wahrgenommen, dass unter den Betroffenen eine große Solidarität herrscht. Quertreiber sind da kontraproduktiv.“
Willi Braumann verbat sich die Mutmaßungen des Landrats, dass es ihm in erster Linie um Wählerstimmen und nicht um die Sache gehe. „Ich finde den Profilierungsvorwurf gegenüber meinen Fraktionskollegen Daniela Braun, Armin Kienle und mir ungehörig. Seit Jahren kämpfen wir für die Erdhebungsgeschädigten.“
Thomas Treutler, einer der IGE-Geschäftsführer, hob die Zusammenarbeit mit der Allianz hervor und bedankte sich bei Roland Bernhard und Stefan Belz für die Unterstützung. „Die Allianz erkennt mittlerweile den Schaden an, den ihr Klient verursacht hat. Wir sind auf einem guten Weg, der aber noch lange nicht zu Ende ist.“
Eva de Haas, Leiterin im Amt für Wasserwirtschaft im Landkreis Böblingen, informierte die Zuhörer über die Sanierungsarbeiten an den defekten Erdwärmesonden und gab einen Ausblick. Das Landesamt für Geologie, Rohstoffe und Bergbau (LGRB) zeichnet demnach für eine terrestrische Vermessung der Gesamthebung und Horizontalverschiebung verantwortlich. Zunächst ist das Hebungsgebiet Nord an der Reihe, danach folgt der südliche Bereich mit Q II und Q III. Die Begutachtung der Gebäudeschäden wird von der Allianz beauftragt.