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02.09.2022

Kreis Böblingen: Schönbuchbahn in Zukunft häufiger am Start

Deutlich mehr Fahrten an Werktagen, Wochenenden und abends

Kreis Böblingen. Ab dem kommenden Fahrplanwechsel am 11. Dezember fahren die Züge zwischen Böblingen und Dettenhausen an Wochenenden und abends im 30-Minuten-Takt anstatt nur einmal in der Stunde. Auch an Werktagen gibt es von mittags bis 20 Uhr eine Taktverdichtung im Streckenabschnitt zwischen Böblingen und Holzgerlingen; dort fahren die Züge alle 15 Minuten, anstatt halbstündlich.

Werktags ab 20 Uhr verbessert sich auf der ganzen Strecke zwischen Böblingen und Dettenhausen der bisherige Stundentakt auf 30 Minuten und die Betriebszeit wird ausgedehnt, was insbesondere für Schicht- und Teilzeitarbeiter kürzere Warte- und Reisezeiten bringt (Bild: Stampe/Archiv).

Land beteiligt sich an Mehrkosten

Der Zweckverbandsvorsitzende, Landrat Roland Bernhard, freut sich sehr über die zusätzlichen Fahrten: „Die Verkehrsverbesserung auf der Strecke beträgt jährlich 77.000 Kilometer, welche die Schönbuchbahn für ein attraktiveres Angebot zurücklegt. Mit dem 15-Minuten-Takt an Werktagen erreicht die Schönbuchbahn jeden Anschluss an die S-Bahn in Böblingen. Ohne den Streckenausbau vor drei Jahren wäre so eine enge Taktung überhaupt nicht umsetzbar. Es war richtig und mutig von uns, in die Elektrifizierung der Strecke und in das abschnittsweise zweite Gleis zu investieren. Die Verkehrswende auf der Schönbuchlichtung kommt damit einen großen Schritt voran und wir schützen die Umwelt und das Klima.“

Der stellvertretende Geschäftsführer des Zweckverbandes, Reinhold Bauer, führt weiter aus: „Die Schönbuchbahn wird für Pendler und Ausflügler noch attraktiver – die Wartezeit auf verspätete S- oder andere Bahnen und Anschlussbusse halbiert sich. Außerdem gibt es mehr Stadtfahrten in Böblingen und Holzgerlingen und eine kürzere Reisezeit Richtung Stuttgart, Herrenberg und Renningen. Wir haben drei Jahre um die Finanzierung dieses Zusatzangebotes verhandelt und sind nun froh und erleichtert, dass es endlich geklappt hat.“

Das Land Baden-Württemberg beteiligt sich an den Mehrkosten für die Ausweitung des Angebots soweit diese nicht durch zusätzliche Ticketerlöse gedeckt werden. „Für das finanzielle Entgegenkommen des Verkehrsministeriums sind wir außerordentlich dankbar. Ohne den Landeszuschuss könnte der kleine Zweckverband der Landkreise Böblingen und Tübingen diese Mehrkosten alleine nicht stemmen,“ lobt Landrat Bernhard das Engagement der Landesregierung.

Nicht nur beim Fahrplan, sondern auch bei der Verbesserung der Fahrzeugqualität hofft man in Böblingen auf baldige Fortschritte. Die Zulassung der neu entwickelten E-Fahrzeuge des spanischen Herstellers CAF lässt immer noch auf sich warten. Das Unternehmen hat versprochen, bis Ende September 2022 konkrete Aussagen zum zeitlichen Ablauf des Zulassungsprozesses zu treffen. Solange muss der Fahrbetrieb weiterhin teils mit angemieteten Elektrozügen der Deutschen Bahn und teils mit den altbekannten Dieselfahrzeugen der Schönbuchbahn laufen. „Erst wenn wir diesen tollen Fahrplan mit den neuen elektrischen Zügen fahren sind wir vollkommen zufrieden. Dies sollte so früh wie möglich in 2023 endlich wahrwerden,“ hoffen Landrat Bernhard und Reinhold Bauer.