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Von unserem Mitarbeiter Matthias Staber · 23.07.2016

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Böblingen: Ausstellung „Freiheit – großgeschrieben?“ zeigt Graffiti-Kunst im Bauernkriegsmuseum

Mit dem Thema Freiheit haben sich auf Einladung von Cornelia Wenzel, Leiterin des Deutschen Bauernkriegsmuseums in Böblingen, 15 Graffiti-Sprayer zwischen neun und 38 Jahren auseinandergesetzt. Die Ergebnisse sind ab morgen in der Zehntscheuer zu sehen, wenn die Ausstellung „Freiheit – großgeschrieben?“ eröffnet wird.

Sonne, Palmen, Strand und Spaß: So sieht für den 17-jährigen Leo „Der Traum von Freiheit aus“ – so der Titel seines mit Sprühdosen gearbeiteten Gemäldes, das im Deutschen Bauernkriegsmuseum zu sehen ist. „Im Meer von Hoffnung?“ fragt hingegen der 30-jährige David in seinem Beitrag zur Ausstellung „Freiheit – großgeschrieben?“.

Darauf ist zu sehen, wie ein Kind in den schier endlosen Weiten eines Meeres unterzugehen droht. Ein gesprühter Kommentar zur Flüchtlingskrise. Unpolitisches steht neben Politischem, Knallbuntes neben zurückhaltend Koloriertem, opulent auf die Leinwand Gesprühtes neben minimalistisch Konzipierten: So präsentieren sich die 15 Exponate der Ausstellung „Freiheit – großgeschrieben“, die bis zum 23. Oktober im Bauernkriegsmuseum zu sehen sind.

Mit dieser Ausstellung setzt Cornelia Wenzel zum zweiten Mal die Idee um, die in der Jugendkultur des Hip-Hop beheimatete Graffiti-Kunst zur Beschäftigung mit dem Grundthema des Bauernkriegs zu nutzen – der Freiheit. „Diesmal ahnte ich vorher nicht, wie fürchterlich die Aktualität dieses Themas sein würde“, sagt Cornelia Wenzel.

Die erste Graffiti-Ausstellung im Bauernkriegsmuseum im Jahr 2010 hieß „Freiheit und ihre Grenzen“, für die der 20. Jahrestag der deutschen Wiedervereinigung den Anstoß gab. „Die Berliner Mauer als längstes Graffiti-Werk der Welt“, nennt Cornelia Wenzel die damalige Grundidee der Ausstellungskonzeption. Besonders eindrucksvolle Gemälde der Ausstellung aus dem Jahr 2010 sind diesmal noch einmal zu sehen: Vier der 15 Exponate der aktuellen Ausstellung „Freiheit – großgeschrieben?“ stammen aus dem Jahr 2010. Die restlichen Graffiti erstellten 15 Sprayer an zwei Tagen im Mai in der Alten Tüv-Halle.

Den Kontakt zur Hip-Hop-Szene bekam Cornelia Wenzel über den Jugendsozialarbeiter Maximilian Frank, der selbst als Graffiti-Sprayer aktiv ist. „Für Sprayer ist diese Ausstellung eine tolle Gelegenheit, ihr Können legal zu zeigen“, sagt der 34-Jährige, der hauptberuflich beim Verein für Jugendhilfe in Weil der Stadt arbeitet.

Die Ausstellung „Freiheit – großgeschrieben?“ wird am 24. Juli ab 11.45 Uhr durch Cornelia Wenzel und Oberbürgermeister Wolfgang Lützner eröffnet – wegen des Böblinger Stadtlaufs und der damit verknüpften Sperrung des Schlossbergrings verschiebt sich die Eröffnung um eine halbe Stunde. Bis zum 23. Oktober bietet das Bauernkriegsmuseum zahlreiche Veranstaltungen an, unter anderem Graffiti-Workshops mit Maximilian Frank. Informationen unter www.boeblingen.de im Internet.

Mirjam Bogner (links), die derzeit beim Böblinger Amt für Kultur ein Freiwilliges Soziales Jahr absolviert

und bei der Ausstellungs „Freiheit - großgeschrieben?“ mitgearbeitet hat, und Cornelia Wenzel, Leiterin des Deutschen Bauernkriegsmuseums, vor dem Graffito „Gegen Extremismus“. Bild: Staber