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22.09.2016

Kommentar: Es geht auch eine Nummer kleiner

Sindelfinger Standard: Am Ende einer vierstündigen Bustour zu aktuellen Bauvorhaben in der Stadt hätte man noch einiges draufsetzen können. „Es gäbe noch ein paar Stationen“, so der Oberbürgermeister nach der Baustellentour des Gemeinderats. Dabei war es mal wieder beachtlich zu sehen, was die Stadt so alles baut und wofür sie ihr Geld ausgibt.

Kindertagesstätten, Schulhaus-Erweiterung, barrierefreie Bushaltestellen, Harfenbrücke auf dem Flugfeld oder die Erschließung des Baugebiets Innerer Bühl – über zwei Jahre investiert Sindelfingen 46 Millionen Euro in die Infrastruktur. Das ist in den meisten Fällen gut angelegtes Geld, doch die Baustellentour offenbarte auch, dass im Sindelfinger Rathaus der Geldbeutel mal wieder sehr locker sitzt. Die Verwaltung schlägt vor und der Gemeinderat gibt grünes Licht – dieser Mechanismus muss schnell ein Ende haben, denn zurzeit wird zu viel Geld ausgegeben. Davon konnten sich die Gemeinderäte am Dienstag ein Bild machen. Gerade bei den Kindertagesstätten und den Schulen ginge es auch eine Nummer kleiner, ohne dass man Notwendiges und Wichtiges vernachlässigen würde.

Wenn man hört, dass die Außenanlagen für die Erweiterung der Gemeinschaftsschule in Maichingen inklusive Planungshonorar rund 635 000 Euro kosten sollen, dann sind die Dimensionen des früheren Sindelfinger Standards längst überschritten. Das eigentliche Schulgebäude kostet im Übrigen abzüglich einer Schulbauförderung von 1,2 Millionen Euro auch noch 4,75 Millionen Euro.

Bildung hin, Betreuung her – das ist insgesamt zu viel Geld und es wird Sindelfingen einholen, wenn die Gewerbesteuer nicht mehr so sprudelt wie gerade.

juergen.haar@szbz.de

Von Chefredakteur Jürgen Haar