Nachrichten
Bilder
Videos
Abo-Service und Anzeigen
Themen und Portale

Job

Termine und Veranstaltungen
Über uns






Von unserem Mitarbeiter Bernd Heiden · 10.07.2018

Kleines Wunder hinter großem Abend

Böblingen: Schüler des des Max-Planck-Gymnasium liefern beim Sommer am See ein abendfüllendes und spartenübergreifendes Programm ab

Lisa Andres (links) und Anna Vetter garnierten den Show-Abend des Max-Planck-Gymnasiums beim Böblinger Sommer am See mit einer Tanzchoreografie. Bild: Heiden

Großer Kunstbahnhof des Böblinger Max-Planck-Gymnasiums (MPG): Beim Sommer am See zauberte die Schule ein mehrere Kunstsparten übergreifendes abendfüllendes Programm unter der Gesamtleitung von Musiklehrerin Alona Negrich in die alte TÜV-Halle.

Das MPG hat weder offiziell den Titel noch den Ruf, ein Musikgymnasium zu sein. Alona Negrich, seit vier Jahren als Musiklehrerin in Diensten der Schule, scheint daran etwas ändern zu wollen.

Das zumindest legt die Show nahe, die Schüler mit Unterstützung von wenigen Profis und Lehrern in die Halle am Oberen See hinlegten. Unter der Ägide der Musiklehrerin servierten zwei Chöre, eine in unterschiedlicher Besetzung auftretende Band, manch herausragende Vokalsolisten und Instrumentalisten und eine Handvoll Tänzerinnen ein Programm, das sich nicht nur das Prädikat sehr hörenswert, sondern auch sehr sehenswert verdiente.

Denn als optisches Zuckerle hatte die Schule im Bühnenhintergrund eine riesige Videoleinwand aufgebaut. Auf der liefen immer wieder unter der Regie von Kunstlehrerin Emma Neufeld mit Schülern entwickelte Videos. Deren bizarre bis konkrete Bildsprache reichte dabei von extraterrestrisch-kosmischer Anmutung zu einer Ballett und Modern Dance kombinierender Tanzdarbietung mit und von Bio- und Sportlehrerin Heike Laws und Lisa Andres und Anna Vetter bis zu einem Bildvokabular, das atmosphärische Aufladung generierte mit Naturmotivik zum Song „I’m singing in the rain“. Bei einem von Reinhilde Weiß-Freisinger entwickelten Performance-Intermezzo mit den MPG-Absolventinnen Martha Mirtsou und Saskia Scherer kamen dagegen zwei großformatige fratzenhafte Pierrot-Portraits, gemalt von Alfredo Pucci, ins Spiel: Die von Adrian Saltarelli und Mathis Sontheimer mit passgenauen Ausschnitten der Bilder bemalten Körper der Tänzerinnen exzerzierten echsenhaft bis ausgelassen karnevalesk eine Variante des Pygmalion-Mythos vom Traum oder Albtraum des Lebendigwerdens des Kunstwerkes durch.

Freilich, das Hauptmenü dieses opulenten optisch-akustischen MPG-Schmauses bildete die mit viel Aufwand und Mikros ganz fein abgemischte Musik. Ein größerer, mit älteren Schülern besetzter Chor mit von Alona Negri mehrstimmig arrangierten Hits im Swing- bis Soul- und R&B-Stil zeigte trotz mitunter gelegentlichem Bass-Brummeln sehr hohe Güteklasse in puncto Feeling, Intonation und Stimmbalance, spendierte zudem immer wieder auch choreografische Einlagen.

Enormes Potenzial

Ein kleineres, mit jüngeren aber reif singenden Mädchen besetztes Vokalensemble bezeugte guten Nachwuchs für den Nachwuchs, während unablässig einzelne Vokalisten solistisch ins Rampenlicht traten, wobei sich Martina di Stefano und Veronique Marquardt als die Ausnahmekönnerinnen profilierten und Ivan Foth im Männerstimmensektor am eifrigsten Punkte sammelte.

Gelegentliche Gesangseinlagen von der sich überwiegend auf Keyboardbegleitung und Chorleitung konzentrierenden Alona Negrich verdeutlichen neben ihrer Klasse als Jazz- und Soulstimme auch die Herkunft dieses kleinen MPG-Musikwunders, das in der alten TÜV-Halle zu erleben war.

Damit nicht genug servierte eine weitere Top-Sängerin aus dem MPG-Stall, Jule Borchardt, im Singer-Songwriter-Stil mit Soloauftritten Beispiele des immensen Potenzials des Gymnasiums am Murkenbach.

Zu dem zählt auch die in unterschiedlichen Besetzungen aufspielende, von den Profis Arno Haas (Saxofon) und Alvin Mills (Drums, E-Bass) unterstützte Schulband, in der sich Felix Margenfeld am Cello und Hannes Feldhahn am E-Bass an diesem Abend auch als fähige Solisten hervortun durften.