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Von unserem Mitarbeiter Thomas Oberdorfer · 18.05.2017

Jetzt hilft Benjamin Wunsch den Kindern auf die Sprünge

Das Sportgespräch: Johanna von Seggern verlässt die Kindersportschule des VfL Sindelfingen Richtung München / Der Nachfolger kommt von der VfL-Turnschule

Stabwechsel in der Kindersportschule (KiSS) des VfL Sindelfingen: Johanna von Seggern, seit 2011 Leiterin der KiSS, hat im Februar gekündigt. Sie zieht aus privaten Gründen nach München und wird in der bayerischen Landeshauptstadt beruflich ebenfalls im Sportbereich tätig sein. Ihr Nachfolger ist Benjamin Wunsch, der zuvor Leiter der Turnschule des VfL Sindelfingen war.

Der 29 Jahre alte Sportwissenschaftler Benjamin Wunsch hat nach den Osterferien seinen neuen Posten angetreten. Seither läuft die Übergabe, Johanna von Seggern arbeitet ihn noch bis Mitte der kommenden Woche ein, dann ist für sie die Zeit beim VfL Sindelfingen abgelaufen. Die SZ/BZ hat sich mit der 29-Jährigen und ihrem Nachfolger unterhalten.

Wie schwer fällt Ihnen der Abschied von der Kindersportschule des VfL Sindelfingen?

Johanna von Seggern: „Der Abschied lässt mich natürlich nicht kalt, im Gegenteil. Am Montag hatte ich mit einer Gruppe Kinder, die ich seit Jahren begleite, die letzte Unterrichtsstunde. Die Kinder haben mir Bilder gemalt oder Blumen gebracht. Das hat mich ziemlich gerührt. Ich habe meine Arbeit hier total gerne gemacht. Hier gibt es tolle Chefs, es ist ein tolles Team. Das sind nicht nur Kollegen, das sind Freunde. Wir haben gemeinsam viel erreicht. Auf meiner Abschiedsfeier werden vielleicht auch ein paar Tränen fließen.“

Es war eine Risikovariante

Warum haben Sie gekündigt?

Johanna von Seggern: „Ich habe aus privaten Gründen gekündigt, ich werde nach München ziehen. Dieser Entschluss stand fest, bevor ich in München die Aussicht auf einen neuen Arbeitsplatz hatte. Es war also die Risikovariante, die ich gewählt habe. Ich war mir aber sicher, dass ich wieder etwas bekommen werde, so stellt es sich jetzt auch dar. Genaueres kann ich dazu aber noch nicht sagen.“

Wie haben Sie von der Kündigung von Johanna von Seggern erfahren?

Benjamin Wunsch: „Ich war bis zu meinem Antritt hier in der KiSS Leiter der Turnschule des VfL Sindelfingen, ich habe also denselben Arbeitgeber wie Johanna. Da bekommt man so eine Personalie natürlich mit. Die Leitung der Turnschule war keine Vollzeitstelle, daher habe ich immer mal wieder nach möglichen Stellen geschaut. Als ich gehört habe, dass die Stelle der Kindersportleitung beim VfL neu zu besetzen ist, war mir schnell klar, dass ich mich bewerbe. Das Anforderungsprofil passt optimal. Mir fällt es dennoch nicht leicht, die Turnschule zu verlassen, da ich hier etwas aufgebaut habe und mir die Kinder ans Herz gewachsen sind.“

Sie haben mehrere Bewerber in die engere Wahl genommen. Was gab den Ausschlag zugunsten von Benjamin Wunsch?

Johanna von Seggern: „Benny hatte natürlich den Vorteil, dass er durch seine Tätigkeit beim VfL Einblicke in die Abläufe des Vereins und in Teilen auch in der Kindersportschule hatte. Das war aber nicht entscheidend. Jeder Bewerber absolvierte eine Probestunde. Benny ist sehr nah dran an den Kindern, er hat ein gutes Gefühl für sie. Es ist zu spüren, dass er gerne mit Kindern umgeht, man nimmt ihm das ab.“

Benjamin Wunsch: „Die Arbeit bei meinem Masterabschluss hieß ,Sport- und Bewegung im Kindes- und Jugendalter’, das passt natürlich genau zu meinem neuen Berufsfeld. In der Turnschule haben wir inzwischen 170 Kinder, ich bin es also gewohnt, Kinder im Sport anzuleiten. Es macht mir unfassbar viel Spaß, mit den Kindern zu arbeiten. Man muss je nach Alter und Leistungsfähigkeit die Einheiten anpassen und strukturieren.“

Johanna von Seggern: „Mir ist es ganz wichtig, dass das, was ich hier gemeinsam mit dem gesamten Team der Kindersportschule aufgebaut habe, fortgeführt wird. Wir hatten 150 Kinder in der KiSS, als ich angefangen habe, jetzt sind es 370, wir haben eine lange Warteliste. Wir vermitteln den Sport in den unterschiedlichen Kursen sehr spielerisch. Das kommt bei den Kindern und auch bei den Eltern sehr gut an. Unser Ziel ist zudem, dass die Kinder auch etwas für ihre Entwicklung als Mensch mitnehmen. Wir bieten hier ein hohes Niveau mit hauptamtlichen Trainern.“

Die Abläufe sind mir nicht fremd

Die Übergabe läuft seit Ende der Osterferien. Haben Sie inzwischen einen guten Einblick in die Abläufe?

Benjamin Wunsch: „Das Team habe ich kennengelernt, die Abläufe sind mir auch nicht mehr fremd. Ich hatte auch schon in der Turnschule Verwaltungsarbeit zu erledigen. Aber natürlich nicht in dieser Form wie hier in der Kindersportschule. Ich hatte es in der Turnschule mit ehrenamtlichen Übungsleitern zu tun, hier sind es hauptamtliche. Personalgespräche, Trainersitzungen und Abstimmungen innerhalb des Teams kommen hinzu. Das Gute ist, dass ich Johanna auch dann um Rat bitten kann, wenn sie nicht mehr hier ist, sondern bereits in München.“

Johanna von Seggern. „Ich bin gerne bereit, zu helfen, wenn ich um Rat gefragt werde und wenn ich auch helfen kann. Ich will ja schließlich, dass die Kindersportschule sehr gut weitergeführt wird. Ich denke, sie ist bei Benny in guten Händen.“

Haben Sie denn schon eigene Schwerpunkte im Sinn, die Sie setzen wollen?

Benjamin Wunsch: „Es ist jetzt noch zu früh, um künftige Schwerpunkte benennen zu können. Ich muss mich zunächst in die aktuellen Projekte wie den Bauwagen für die KiSS oder das Angebot für die Sommerferien einarbeiten. Ich werde natürlich im Laufe der Zeit eigene Schwerpunkte setzen.“

Wir werden Johanna auf jeden Fall einladen

Der Bauwagen für die Outdoor-KiSS war die letzte größere Maßnahme, die Sie durchführten. Letztlich hatte das Crowdfunding-Projekt Erfolg. Wie ist der Stand der Dinge, gibt es den Bauwagen inzwischen?

Johanna von Seggern: „Wir sind noch auf der Suche nach dem passenden Bauwagen. Wir werden dabei von den VfL-Vorständen Horst Thome und Andreas Bonhage unterstützt.“

Johanna von Seggern wird also nicht mehr beim VfL sein, wenn er beschafft wird?

Benjamin Wunsch: „Es wird ein Einweihungsfest für den Bauwagen geben. Wir werden Johanna auf jeden Fall dazu einladen.“