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Von unserem Redakteur Karlheinz Reichert · 06.04.2010

Hoffmann pariert alle Angriffe

Radsport: Krämpfe rauben dem Herrenberger Sven Krauß beim 36. Rund um Schönaich alle Chancen auf den Sieg

Als

Erik Hoffmann, der seit fast neun Jahren in Stuttgart lebt, angriff, waren der Herrenberger Sven Krauß (Elite Team Halanke Öschelbronn), der 18-jährige Ron Pfeifer (2009 Sieger des Schönaicher Junioren-Rennens und der Bundesliga-Wertung) und Bernd Brennauer (Team Erdgas Schwaben) zur Stelle. Brennauer verließen früh die Kräfte, so dass vorne ein Trio übrig blieb, das bis zu 1:10 Minuten Vorsprung herausfuhr, aber in der letzten Runde doch noch eingeholt wurde.

 

Es waren vor allem die Mountainbiker, die hinten Druck machten: Manuel Fumic (Team Cannondale), Karl Platt (Team Bulls) und Jochen Käss vom Magstadter Multivan-Merida-Biking-Team. Aber auch der Gültsteiner Steffen Hannes Greger (RG Racing Students), ein Straßenfahrer mit Mountainbike-Erfahrung, setzte nach.

 

Mit Vollgas den Berg hinauf

 

Hoffmann hatte unterwegs einen souveränen Eindruck gemacht, wurde aber in der letzten Runde dennoch unsicher, als die Konkurrenz von hinten kam: "Eine heikle Situation." Diese meisterte der dadurch, dass er mit Vollgas in den Wolfenberg hineinschoss und das Tempo bis zum Zielstrich durchzog.

 

Dabei ließ er Timo Krieger, einen Neckarsulmer, der in Lugano lebt, und der hinter Neuweiler die Führung übernommen hatte, regelrecht stehen. Krieger rettete aber den zweiten Platz vor Karl Platt. Der Osthofener war erst am Gründonnerstag aus Südafrika gekommen: "Der Unterschied machte mir schon zu schaffen. Dort 35 Grad und hier ein eisiger Wind."

 

Während Greger mit dem Wind gut zurecht kam und Vierter wurde, war das bei Sven Krauß anders. Der Herrenberger verspürte ständig einen Überdruck auf der Blase und stellte deshalb unterwegs das Trinken ein. Die Folge: Dem 27-Jährigen fehlten die Mineralien für die Höchstleistung. Er wurde von Krämpfen geschüttelt und erreichte das Ziel als Siebter.

 

Käß: "Das war ein guter Test"

 

"Wenigstens hat der Stärkste gewonnen", tröstete er sich. Und auch mit seiner Mannschaft war er zufrieden: "Es läuft immer besser. Wir mussten nie die Sorge haben, dass die Post ohne uns abgeht." Vor allem Moritz Pfeiffer (16.) und Volker Ordowski (20.) hatten sich anfangs in den Fluchtgruppen und später immer wieder an der Spitze des Feldes gezeigt.

 

Jochen Käß (29.) war ebenfalls zufrieden: "Das war ein guter Test. Ich denke, dass ich nach den beiden Knochenbrüchen im letzten Jahr nun auf dem richtigen Weg bin." Er fliegt am Donnerstag nach Mallorca, wo er vom Samstag an mit einer jungen deutschen Mannschaft an der Inselrundfahrt teilnimmt.

 

Brüder Vogt: zu viel Druck

 

Für den Öschelbronner Rolf Hofbauer, im letzten Jahr Zweiter in Schönaich, kam das Rennen diesmal zu früh. Der 24-Jährige, der inzwischen für das Activity-Team des TSV Schmiden startet, litt in den vergangenen Wochen unter einer Lungenentzündung. Er ging gestern zwar an den Start, gab das Rennen aber nach wenigen Runden auf.

 

Bester Fahrer aus dem Kreis Böblingen im Rennen der Männer C-Klasse war Nikodemus Holler (RV Pfeil Magstadt) als Sechster.

 

Bei der Jugend und bei den Junioren hatten sich die Lokalmatadore Dennis und Mario Vogt wohl selbst zu sehr unter Druck gesetzt. Vor allem Mario Vogt wollte das Junioren-Rennen unbedingt gewinnen. Das wusste auch die Konkurrenz, die ihn deshalb scharf beobachtete. Erst als fünf Fahrer weg waren, ließ man ihn gewähren, doch der Abstand, um noch nach vorne zu kommen, war zu groß. "Um den sechsten Platz wollte ich dann auch nicht mehr kämpfen", gestand hinterher ein sichtlich gefrusteter Vogt, der im Feld als 43. ins Ziel gerollt war.

 

Seinem Bruder erging es bei der Jugend ähnlich. Er zeigte sich mehrfach vorne. Platz 23 war am Ende aber nicht das, was er sich vorgestellt hatte.

 

Rund um Schönaich ist inzwischen eines der traditionsreichsten Radrennen Süddeutschlands. Es fand gestern zum 36. Mal statt, mit Teilnehmern aus Namibia, Italien, Schweiz, USA und Deutschland. Bild: Photo 5

 

Erik Hoffmann gewinnt in Schönaich zum zweiten Mal hintereinander. Bild: Photo 5