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Von Chefredakteur Jürgen Haar · 03.06.2016

Forst und Feuerwehr machen gemeinsame Sache

Sindelfingen: Spezielle Karten sollen die Rettungskräfte bei Waldbränden unterstützen

Der Waldbrand im März 2012 in der Viehweide ist der Sindelfinger Feuerwehr und den Förstern eine Lehre. Damit die Einsatzkräfte schnell vor Ort und vor allem an der richtigen Stelle sind, werden jetzt spezielle Karten angelegt.

Die Bilder von den schlimmen Waldbränden im Mai in Kanada sind immer noch präsent. Mit diesen Ausmaßen muss hier niemand rechnen, doch die Waldbrand-Gefahr, vor allem im Frühjahr, ist allgegenwärtig. Gerade in Sindelfingen. Die Stadt gehört zu den größten Waldbesitzern in Baden-Württemberg. 41 Prozent der Markungsfläche sind Wald.

Was ein zunächst normaler Alarm auslösen kann, musste die Sindelfinger Feuerwehr am 17. März 2012 erleben. Als Rainer Just und die ersten Kräfte im Bereich der Albrecht-Dürer-Straße eintrafen, stand auf einer Breite von 100 Metern „die Silhouette des Waldes bereits in Flammen“, so der Feuerwehr-Kommandant. Ob der Brand „nach hinten durchbricht“ oder ob ein Waldweg die Ausbreitung verhindern kann – das einzuschätzen ist gerade bei Waldbränden zunächst sehr schwierig. Die Floriansjünger bringen im Pendelverkehr Löschwasser in den Wald, schneiden dem Feuer „die Seite ab“ und bringen so nach einem rund zweistündigen Einsatz den Brand unter Kontrolle, erinnert sich Rainer Just.

Rund 20 000 Quadratmeter Wald sind betroffen, die Schäden sind heute noch erkennbar. Bei mehreren Bäumen ist die Rinde aufgeplatzt. Kein Wunder, bei über 100 Grad Hitze. Doch es gibt auch gute Nachrichten: „Die meisten Bäume haben es überstanden“, sagt Revierförster Markus Klas. Wo nötig, wird der Bestand mit Ahorn und Buche verjüngt.

Weil die Feuerwehr mit einer steigenden Waldbrandgefahr rechnet und weil man vom 17. März 2012 gelernt hat, bereitet sich die Feuerwehr in enger Zusammenarbeit mit dem Forst auf einen möglichen Ernstfall vor. Weil man mit den schweren Feuerwehr-Fahrzeugen, die zum Beispiel 2000 Liter Löschwasser transportieren, nicht jeden Waldweg befahren kann, wird der Status der jeweiligen Strecke in einer Karte festgehalten. „Leider“, sagt Stadtbrandmeister Wolfgang Finkbeiner, „gibt es immer weniger befestigte Waldwege.“

Beim Kreisforstamt begrüßt man die Sindelfinger Initiative ausdrücklich. „Das ist wichtig, denn der Blick der Förster ist anders als der der Rettungskräfte“, sagt Fachgebietsleiterin Inge Hormel. In diesem Zusammenhang werden auch die sogenannten Rettungspunkte im Wald, die für Notarzt und den Rettungsdienst wichtig sind, überarbeitet.

Revierförster Markus Klas zeigt beim Waldbegang des Sindelfinger Gemeinderats, welche Schäden der Waldbrand aus dem Jahr 2012 hinterlassen hat. Bild: Stampe