Nachrichten
Bilder
Videos
Abo-Service und Anzeigen
Spielen und Gewinnen
Themen und Portale

Job

Termine und Veranstaltungen
Über uns






Von unserem Redakteur Tim Schweiker · 21.02.2018

Exponate und Mobiliar verschmelzen

Böblingen: Marko Schacher ist mit seiner Stuttgarter Galerie „Schacher – Raum für Kunst“ ab Donnerstag auf der Messe Art Karlsruhe vertreten

Der Böblinger Marko Schacher ist mit seiner Stuttgarter Galerie „Schacher – Raum für Kunst“ auch diesmal bei der Art Karlsruhe mit von der Partie, die von 22. bis 25. Februar über die Bühne geht.

Der Schacher-Auftritt auf der Art Karlsruhe knüpft konsequent an die letzten Messeauftritte an: Statt verschiedene künstlerische Positionen wild durcheinander zu würfeln, zeichnet sich die Koje wieder durch ein gemeinsames Thema und eine durchdachte dialogische Präsentation aus. „Dieses Mal werden, ergänzend zur One-Artist-Show von Claudia Thorban, neun Positionen gezeigt, die sich vor Ort zur zwischen Abstraktion und Ungegenständlichkeit changierenden, temporären Rauminstallation ergänzen“, sagt Marko Schacher.

Als eine Art „Messe-Stand-Maestro“ wird dabei der in Freiburg lebende Jürgen Oschwald fungieren, der durch tägliche und stündliche, kurzzeitige Ab- und Aufbauten den Stand H4/R09 in permanenter Bewegung halten wird. Schacher: „Messe-Mobiliar und Exponate verschmelzen miteinander! Indem er aus im Hallen-Lager und in den Backstage-Bereichen gefundenen Objekten wie Paletten, Stangen, Holzlatten, Folien oder Werbebroschüren nur wenige Minuten oder Stunden bestehende Skulpturen baut und auch wieder abbaut, wird die Koje in regelmäßiger Veränderung sein. So passt sich die Präsentation an den momentanen, unsicheren Zustand unserer Gesellschaft an. Ganz nebenbei konterkariert Jürgen Oschwald damit die offensichtliche Kommerzialität der Veranstaltung, indem er unverkäufliche Objekte präsentiert und so etwaige Kaufabsichten ad absurdum führt.“

Die beiden Bereiche „One Artist Show“ und „Gruppen/Themenschau“ werden zwar beibehalten. Dennoch wird auch Claudia Thorban das eine oder andere, nicht unter ihrer Hand entstandene Exponat, in ihre Installation integrieren und sich als Künstler-Kuratorin mit einbringen. „Der Fokus ihrer luftig angelegten, aus bedruckten Acrylglasscheiben, bearbeiteten Kopien und Frottagen bestehenden Rauminstallation wird diesmal auf dem Grenzgebiet zwischen den beiden Polen Natur und Ungegenständlichkeit liegen“, so Schacher.

Auch Renate Liebel aus Stuttgart hinterfragt mit ihren Pflanzen-Skulpturen aus Alltagsmaterialien die Grenzen zwischen Natur, Kunst und Alltag. Im selben „Bermuda-Dreieck“ bewegt sich Jenny Winter-Stojanovic aus Reutlingen, die ihre raumgreifenden Wurzel-Skulpturen aus Frischhaltefolien und Leuchtkörpern zusammensetzt.

Jenny Brosinski aus Berlin kombiniert und erweitert ihre bemalten Leinwände mit Stoffstücken zu auf- und anregenden Wandarbeiten. Ute Litzkow überträgt abstrahierte Motive aus der Holzschnittserie „36 Ansichten des Berges Fuji“ von Hokusai mit Aquarell- und Acrylfarben ins Hier und Jetzt. Richtung Architektur schielen die Gemälde von Johanna Jakowlev und Birte Horn. Marko Schacher: „Bei beiden mutieren Architektur-Fragmente zu Minimal Art-Skulpturen und zu Form- und Farbsplittern. Auch in den Öl-/Lackgemälden von Mark Thompson sind Gebäude und Innenansichten als Vorlage sichtbar, werden aber völlig entzeitlicht.“

Marc Dittrich stellt mit seinen zwischen Fotografie-Unikat und Boden-Skulptur spielerisch umherhüpfenden Arbeiten den Übergang zwischen den präsentierten Skulpturen und malerischen Positionen her. „Aber: Alles ist im Fluss, nichts ist konstant.“

Info

„Schacher – Raum für Kunst“ auf der Art Karlsruhe, Messehalle 4 (Contemporary Art 21), Stand R09. Vom 22. bis 25. Februar täglich 11 - 19 Uhr. Mehr unter www.galerie-schacher.de im Netz. Vertreten ist auf der Art Karlsruhe auch wieder die Dätzinger Galerie Schlichtenmaier. Mehr auf www.schlichtenmaier.de im Internet.

Jürgen Oschwald will mit seinen täglichen Ab- und Aufbauten den Messestand von „Schacher – Raum für Kunst“ in permanenter Bewegung halten. Bild: z