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Von unserem Redaktionsmitglied Peter Bausch · 10.05.2019

Ernst Schäfer und sein Rekord für die Ewigkeit

Sindelfingen: Die Geschichte der Gemeinderatswahlen nach 1946

  • Der Sindelfinger Gemeinderat von 1963. Sitzend von links nach rechts die Stadträte Ernst Leonhardt, Hummel, Hamm, Bürgermeister Körner, Oberbürgermeister Gruber, die Stadträte Schäfer, Held und Krodel. Erste Reihe stehend von links nach rechts die Stadträte Knobloch, Tielsch, Dr. Tinkl, Gärtner, Eberle, Klemm, Graf, Dr. Bachor und Bürkle. Zweite hintere Reihe von links nach rechts Stadträte Keller, Otto Leonhardt, Traub, Neff, Hansen, Körber, Schindler, Streitberger und Brembs.

  • 8.6.2009 Sifi. Rathaus

Bei seiner ersten Wahl in den Sindelfinger Gemeinderat im Januar 1946 bleibt der Werkzeugmacher Ernst Schäfer mit 2133 Stimmen noch weit hinter seinem SPD-Kollegen Wilhelm Held (4619 Stimmen). Aber der ehemalige Daimler-Betriebsratsvorsitzende und SPD-Landtagsabgeordnete holt bis 1971 vier Mal den Titel eines Stimmenkönigs bei Gemeinderatswahlen und stellt damit einen Rekord für die Ewigkeit auf.

Wilhelm Held, ein Namensvetter des Oberingenieurs bei Daimler-Benz, der nach dem Krieg Leiter des Allgemeinen Betriebs in der Autofabrik und 1953 Betriebsdirektor in Sindelfingen wird, verteidigt bei der zweiten Gemeinderatswahl 1947 mit 4341 Stimmen seinen ersten Ehrentitel aus dem Jahr 1946. Das erste Stadtparlament Sindelfingens hat damals 18 Sitze. Frauen bleiben außen vor. Erst 1968 brechen Tamina Schem (SPD) und Ingeburg Gstettenbauer (CDU) das Männer-Monopol.

 

Wilhelm Held wird bei der Wahl 1951 von Fritz Summ (Freie Wählervereinigung) als Stimmenkönig abgelöst, bevor 1953 Ernst Schäfer mit 6504 Stimmen seine erste Krone erobert. Damals gilt das rollierende System, dass nämlich alle drei Jahre die Hälfte des Gemeinderats neu gewählt wird. Erst seit 1975 wird in Sindelfingen das Stadtparlament komplett neu gewählt. Die SPD stellt weiter die Stimmenkönige. 1956 holt Otto Krodel 4970 Stimmen, bevor Ernst Schäfer 1959 als Fraktionschef der SPD 9702 Stimmen bekommt. 1962 landet der Arzt Wolfgang Bachor mit 7044 Stimmen für die SPD ganz vorn, Ernst Schäfer erzielt mit 13644 Stimmen 1965 erstmals ein fünfstelliges Ergebnis, das 1968 auch Wolfgang Bachor mit 12469 Stimmen erreicht.

 

 

Ernst Schäfer verabschiedet sich nach der Wahl 1971 mit der bis heute unerreichten Zahl von 14801 Stimmen aus dem Sindelfinger Gemeinderat, bevor 1975 mit dem Schulrektor Paul Hansen der erste CDU-Kandidat mit 13316 Stimmen die Krone im von Oberbürgermeister Arthur Gruber (CDU) regierten  Rathaus  bekommt. Auf den Spuren seines Betriebsratskollegen bei Daimler-Benz folgt Hermann Pfeffer, der 1980, 1989, und 1994 für die SPD mit bis zu 14171 Kreuzchen hinter seinem Namen drei Mal Stimmenkönig im Sindelfinger Gemeinderat wird.

 

 

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