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Von unserem Mitarbeiter Georg Schramm · 19.11.2016

„Ende mit dem Versteckspiel“

Kreis Böblingen/Calw: Aufregung wegen Hermann-Hesse-Bahn

Wieder Aufregung wegen der geplanten Hermann-Hesse-Bahn: Ein Schreiben der Bundesnetzagentur bestätigt „die schlimmsten Befürchtungen der Städte Renningen und Weil der Stadt“, wie die Bürgermeister schreiben.

Im Stufenkonzept zum Ausbau des Schienenverkehrs auf der Strecke Calw-Weil der Stadt-Renningen haben sich der Landkreis Calw, das Land Baden-Württemberg als Zuwendungsgeber und die Anrainergemeinden auf die Umsetzung einer Stufenlösung für die Hermann-Hesse-Bahn (HHB) „verständigt“. In dem Papier wurde klar zum Ausdruck gebracht: „Beeinträchtigungen der Pünktlichkeit der S-Bahn durch den Betrieb der Hermann-Hesse-Bahn bis Renningen müssen ausgeschlossen werden. Im Fall von Verspätungen und Störungen hat der S-Bahnbetrieb Vorrang“.

Die Städte Weil der Stadt und Renningen weisen ebenfalls seit Langem darauf hin, dass Überlegungen angestellt werden könnten die S6 bis zum Bahnhof Renningen zu verkürzen und die ÖPNV-Bedienung von Weil der Stadt über die Hermann-Hesse-Bahn abzuwickeln.

Ein Schreiben der Bundesnetzagentur vom 14. November 2016 lässt nun aufhorchen, denn es bestätigt die von an Anfang geäußerten Befürchtungen, so die Regionalfraktion der Freien Wähler. Der Präsident der Bundesnetzagentur schreibt an die Bürgerinitiative Malmsheim unter anderem: „Im Rahmen eines diskriminierungsfreien Eisenbahninfrastrukturzugangs kann es durchaus dazu kommen, dass künftig die Verkehrsleistung insgesamt umverteilt und der Umfang der Verkehrsleistung der S-Bahn Stuttgart zwischen Weil der Stadt und Stuttgart reduziert wird.“

Der ÖPNV-Experte der Regionalfraktion Landrat a.D. Bernhard Maier ist alarmiert und wendet sich mit einem Dringlichkeitsantrag an den Verkehrsausschuss und die Regionalverwaltung. „Ich möchte wissen, ob die vereinbarte Fahrplanrobustheitsprüfung durchgeführt wurde und die rechtsverbindliche Abklärung des Vorrangs auch realisiert ist“, nimmt Maier die Regionalverwaltung in die Pflicht.

„Das Schreiben der Bundesnetzagentur macht zumindest klar, dass es einen generellen Vorrang der S6 vor der Hermann-Hesse-Bahn nicht geben kann und dass eine Verkürzung der S6 bis Renningen durchaus eintreten kann“, schreiben die Bürgermeister Wolfgang Faißt (Renningen) und Thilo Schreiber (Weil der Stadt). Die Städte Weil der Stadt und Renningen müssten damit wieder einmal erkennen, dass in dieser Angelegenheit nicht „mit offenen Karten gespielt“ wird und fordern gemeinsam mit der Kreistagsfraktion der Freien Wähler im Kreistag des Landkreises Böblingen „ein Ende des unsäglichen Versteckspiels. Mit diesen jetzt vorliegenden Informationen sieht sich die Weil der Stadt mit ihren beiden beim Verwaltungsgerichtshof eingereichten Klagen inhaltlich bestätigt.“

Fährt die S-Bahn auch künftig noch bis zum Bahnhof Weil der Stadt? Das ist eine der Fragen bei der Planung der neuen Hermann-Hesse-Bahn. Bild: Richter/A