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Von unserem Mitarbeiter Daniel Bilaniuk · 19.10.2015

Ein Loblied auf Polens Hauptstadt

Sindelfingen: Der deutsche Autor und Kabarettist Steffen Möller lebt seit über 20 Jahren in Warschau / Auftakt der Literaturtribüne

Mit Humor und guten Tipps: Steffen Möller gibt alles, um den Deutschen das Nachbarland Polen und die Hauptstadt Warschau näher zu bringen. Zum Auftakt der Literaturtribüne war der 46-jährige gebürtige Wuppertaler im Zuge seiner „Viva Warszawa“-Tournee in der Buchhandlung Röhm zu Gast.

„Warschau ist bei den Polen so beliebt wie Wolfgang Schäuble in Griechenland oder Mario Götze in Dortmund“, – mit dieser Feststellung konfrontiert Steffen Möller die rund 150 Zuschauer in der Buchhandlung Röhm gleich zu Beginn seiner Bühnenshow. Für den Osteuropa-Experten gibt es „zwei Millionen Polen, die für Warschau sind und 36 Millionen, die gegen Warschau sind“.

Auch die Deutschen würden statt nach Warschau „lieber nach Krakau“ reisen. Um das scheinbar verankerte negative Bild Warschaus aus den Köpfen der Deutschen zu bekommen, gibt Steffen Möller in seiner knapp zweistündigen Show an diesem Abend in Sindelfingen alles.

Mit Fotos vom, für die Fußballeuropameisterschaft 2012 neu erbauten, Warschauer Nationalstadion sowie Abbildungen von zentralen Wahrzeichen wie dem 231 Meter hohen Kulturpalast vermittelt Steffen Möller den Zuhörern das Bild einer modernen und weltoffenen europäischen Hauptstadt.

Möller muss es wissen: Bereits 1994 zieht es ihn als Deutschlehrer an ein Warschauer Gymnasium. „Damals war die Stadt tatsächlich noch vor allem eines – grau“, erinnert er sich an seine ersten Jahre in der polnischen Metropole zurück, in der er aber auch schon in jener Anfangszeit unvergessliche Abende erlebt, wie beispielsweise eine emotionsgeladene Schulweihnachtsfeier „mit 44 Kolleginnen und einem Sportlehrer“.

Auch seine Zeit als deutscher Kartoffelbauer in einer überaus erfolgreichen polnischen Telenovela nimmt Steffen Möller genauer unter die Lupe. „Bis heute bin ich für die meisten Polen der deutsche Bauer Stefan Müller aus dem Fernsehen“, verrät der 46-Jährige dem Sindelfinger Publikum. Vielleicht liege diese Popularität daran, dass „der Kartoffelbauer in fünf Jahren dreimal geheiratet hat“, vermutet der gebürtige Wuppertaler.

Mit seinem vor Kurzem erschienenen Buch „Viva Warszawa“ will Steffen Möller – der für sein Wirken in Sachen deutsch-polnischer Verständigung 2005 mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet wurde – den Lesern jetzt die Stadt näherbringen, in der er seit nun mehr 21 Jahren glücklich und zufrieden lebt. Die zwei Vorgänger-Werke „Viva Polonia“ und „Expedition zu den Polen“ gingen jeweils rund 300 000 Mal über die Ladentheke.

Am Ende seines unterhaltsamen Auftritts in der Buchhandlung Röhm gibt Steffen Möller dem deutsch-polnischen Publikum noch zwei Tipps mit auf den Weg. „Falls Sie jemals nach Warschau kommen sollten, sprechen Sie den Städtenamen bei Fragen an die Einheimischen immer aus – denn egal wie falsch Sie das tun, der Warschauer wird Ihren Versuch zu schätzen wissen. Und falls Sie eine Warschauerin beeindrucken wollen, schenken Sie ihr Blumen – denn mit Blumen erreichen Sie in Polen fast alles.“

So geht es weiter

Am Freitag, 23. Oktober, ist Fernsehjournalist Wolfgang Herles mit seinem Buch „Die Gefallsüchtigen“ ab 20 Uhr Gast der Literaturtribüne. Am Samstag, 24. Oktober, kommt Dr. Günther Köhnlein mit seinem Buch „Phänomen Arbeitsstörungen“ zwischen 11 und 13 Uhr für ein Autorengespräch und eine Signierstunde in die Buchhandlung Röhm. Am Freitag, 30. Oktober kommt Autor Gunter Haug mit seinen „Schwäbischen Sternstunden“ zur Literaturtribüne. Los geht es um 20 Uhr. Am Montag, 6. November, ist der ehemalige Bundesfinanzminister Peer Steinbrück mit dem Buch „Vertagte Zukunft“ ab 20 Uhr zu Gast. Mehr zu den weiteren Gästen und zur Anmeldung gibt es auch auf der Seite www.roehm-buch.de im Netz.

Rührte in der Buchhandlung Röhm die Werbetrommel für seine Wahlheimat Warschau: der Kabarettist Steffen Möller. Bild: Bilaniuk