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Von unserer Mitarbeiterin Sabine Haarer · 22.03.2019

Ein Kümmerer gegen den Leerstand

Kreis Böblingen: 6000 Wohnungen sind nicht vermietet / Finanzieller Anreiz für die Besitzer

Im Kreis stehen vermutlich 6000 Wohnungen leer. Bild: F. Krawen/Adobe Stock

Im Kreis Böblingen wird die Stelle eines Kümmerers geschaffen. Dessen Aufgabe: die Akquise von leer stehenden Wohnungen, von denen es laut Zensus kreisweit rund 6000 geben soll.

Mit 250 000 Euro wird der Fördertopf künftig Jahr für Jahr gefüllt. Da das Jahr 2019 schon angebrochen ist, sind es in diesem Jahr nur noch 200 000 Euro. Geld, das Vermietern als Anreiz dienen und das sie finanziell unterstützen soll, damit sie ihre leer stehenden Wohnungen sanieren und dem Wohnungsmarkt zur Verfügung stellen. Sowohl bei der Gewährung des Zuschusses, wie allen anderen Fragen ist der Kümmerer der Ansprechpartner.

Hoffnung auf Landesförderung

Die im Haushalt bereits vorgesehene, aber mit einem Sperrvermerk versehene Stelle, soll ausgeschrieben werden. Zumindest dann, wenn sowohl der Verwaltungs- und Finanzausschuss in der kommenden Woche wie auch der Kreistag in seiner Sitzung Ende April dem einstimmigen Votum des Sozial- und Gesundheitsausschusses folgt und sowohl die Stelle wie auch das Sanierungsbudget bewilligt. Für den Kümmerer wird mit Personalkosten von rund 88 000 Euro im Jahr gerechnet. Der Landkreis hofft darauf, dass ein Teil der Kosten durch den von der Landesregierung angekündigten „Kommunalfonds Wohnraumoffensive BW“ getragen wird.

Hauptaufgabe des Kümmerers wird es sein, „ein Bewusstsein in der Bevölkerung zu schaffen“, um es mit den Worten von Winfried Kuppler (Freie Wähler) zu sagen. Angelehnt an das Projekt in Karlsruhe soll er dafür sorgen, dass ungenutzter, privater Wohnraum in den „Mietwohnungsbestand“ aufgenommen werden kann.

Er soll daran anknüpfen, was die Gebäudewirtschaft der Landkreisverwaltung während der Flüchtlingskrise schon getan hat. Seinerzeit konnte Wohnraum für 300 Personen angemietet werden.

Während Heidrun Behm von einem „wunderbaren Ansatz“ sprach, „wir bekommen Wohnraum und der Vermieter hat einen zentralen Ansprechpartner“, äußerte sich Elke Döbele kritischer: „Ich bin so was von sauer, wie das Thema sozialer Wohnraum verschleppt wurde“, sagte die SPD-Kreisrätin.

Die Politik habe auf diesem Gebiet „völlig versagt“, so Elke Döbele.