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Von unserer Redakteurin Fariba Sattler · 14.03.2015

Die Stadt kommt in den Himmel

Sindelfingen: Segelflieger des Flugsportvereins wird auf den Namen der Stadt getauft / Bis 30. März steht die Maschine im Rathaus

Ende März geht die Segelflieger-Saison los: Dann hebt auch Sindelfingen ab. Die Stadt hat die neue Maschine des Flugsportvereins mit 20 000 Euro bezuschusst. Dafür heißt der Flieger jetzt „Stadt Sindelfingen“.

Die ASK 21 hat eine Spannbreite von 17 Metern und wiegt 580 Kilogramm. Es war gar nicht so einfach, den Segelflieger ins Rathaus-Foyer zu bekommen. Irgendwie musste das Flugzeug durch die Türen. Der Flugsportverein Sindelfingen hat die Flügel abmontiert und im Foyer wieder an den Rumpf geschraubt. So steht der Flieger seit Montag im Rathaus. „Die ASK 21 ist die Seele des Vereins“, sagt der zweite Vorsitzende Peter Röhm. Die Maschine kostet rund 100 000 Euro. Die Stadt Sindelfingen hat 20 000 Euro beigesteuert. Deshalb trägt der Flieger nun den Namen „Stadt Sindelfingen“. Auch eine Maschine der Lufthansa heißt Sindelfingen. „Der Segelflieger steht für vieles, was der Stadt auch wichtig ist: Hightech, Sportlichkeit und Effizienz“, sagt Baubürgermeisterin Dr. Corinna Clemens bei der Flugzeugtaufe.

Normalerweise steht die ASK 21 in der Flugzeughalle in Deckenpfronn. Ende März soll sie wieder in den Himmel sausen. „In dem Flugzeug lernen unsere Schüler das Fliegen. Pro Saison kommt es auf über 700 Starts. Es ist Ausbildungsgerät, Trainingsflugzeug, Passagier-Flieger und Arbeitspferd“, sagt Peter Röhm. Durchschnittlich zehn junge Anwärter werden pro Jahr zum Segelflugzeugpiloten ausgebildet.

Die ASK 21 ist seit einer Saison im Bestand des Vereins. Sie wurde 2014 gebaut und kommt auf bis zu 280 Kilometer pro Stunde. Der Verein hat sieben Segelflugzeuge, einen Motorsegler und eine Motormaschine. Zwei Piloten sind Mitglied der deutschen Segelflug-Nationalmannschaft und tragen den Bundesadler auf dem Hemd: Katrin Senne und Sören Nölke.

Auch Stadträtin Ingrid Balzer ist schon abgehoben. Sie war bei den Anfängen des Vereins dabei und erzählt, wie sie als 13-Jährige in der Fliegerwerkstatt mitgeholfen hat: „Bis zu 100 Werkstattstunden brauchten wir für einen Start. Wir haben es uns richtig erarbeitet, dass wir fliegen durften.“ Nach fünf Jahren war Schluss mit der Fliegerei für Ingrid Balzer: „Mein Abitur war gefährdet. Ich hatte eine satte Fünf in Latein, die war dem Segelfliegen zuzuschreiben.“

Bis 30. März steht die ASK 21 in der Eingangshalle und kann zu den Rathausöffnungszeiten besichtigt werden. Der Flugsportverein beteiligt sich an den Sindelfinger Wissenstagen. Am 17., 19., 24. und 26. März gibt es Workshops für Kinder im Rathaus. Noch sind Plätze frei. Am 17. und 19. März geht es um die Frage: Warum fliegen ein Flugmodell und ein Segelflieger auch ohne Antrieb. Jeweils zwischen 15 und 17 Uhr erfahren Zehn- bis 18-Jährige, wie die Technik funktioniert. Zum Workshop gehört auch ein Ausflug auf das Modellflug- und Segelflug-Gelände im Mai.

Am 24. März dürfen Zehn- bis 14-Jährige am Flugsimulator testen, ob sie ein Modellflugzeug in der Luft halten können. Auch dieser Workshop findet von 15 bis 17 Uhr statt. Am 26. März bekommen 14- bis 18-Jährige einen Einblick in die Welt der Piloten. Von 15 bis 17 Uhr gibt es von einem Fluglehrer und einem Berufspiloten Informationen aus erster Hand.

Info zu den Workshops

Alle Veranstaltungen finden im mittleren Sitzungssaal im Sindelfinger Rathaus statt. Für mehr Informationen und die Anmeldung können sich Eltern und Interessierte bei Ann-Katrin Hammer, Telefon 0 70 31 / 94 313 oder auch per Mail an wissenstage@sindelfingen.de melden. Die Teilnahme ist kostenlos.

Einmal in groß und einmal in klein: Die Miniaturversion im Maßstab 1 zu 3 gehört den Modellbauern des Flugsportvereins. Im großen Segelflieger gleiten echte Piloten durch die Luft. Baubürgermeisterin Dr. Corinna Clemens darf das Flugzeug taufen. Bild: Stampe