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Edip Zvizdiç · 15.09.2020

Die Kleider am Leib und ein Ball von Mama

Fußball: Faramosh Zakrea floh vor dem Krieg, verlor Vater und Bruder, aber niemals sein Lächeln und den Optimismus / Heute geht der 21-jährige Iraker in der Kreisliga A auf Torejagd

Faramosh Zakrea artistisch im Spiel gegen Oberjettingen: Mit zwei Toren und einer Vorlage war er der entscheidende Mann im Topspiel zum Saisonauftakt der Kreisliga A. Bild: Schmidt

„Ich kannte nichts außer Krieg.“ Den Satz muss man erst einmal sacken lassen. Vor allem, weil der 21-Jährige dabei lacht. Es ist kein aufgesetztes Lächeln, das der Stürmer des aufsetzt. Nein, bei Faramosh Zakrea ist alles echt. Daran konnten auch 17 Jahre Krieg im Irak nichts ändern. „Er ist einer der ehrlichsten und liebenswertesten Menschen, die ich jemals kennengelernt habe“, sagt Daniel Wahnsiedler. Der Trainer des A-Ligisten SV Oberjesingen kennt Faramosh Zakrea fast seit dem Moment, als er vor vier Jahren nach Deutschland kam.

 

2016, den kriegerischen Konflikten im Nordirak über eine langwierige Odyssee entflohen, sah Faramosh Zakrea vieles, das er noch nie vorher gesehen hatte. So unter anderem ein Fußballfeld. „In meiner Heimat habe ich nur auf der Straße kicken können. Auf einem grünen Rasen habe ich erst in Deutschland gespielt“, sagt der Iraker. Dabei klingt sogar etwas Wehmut mit. Denn das bloße Bolzen auf der Straße war für ihn von klein auf die heile Welt. „Dabei konnten wir, wie alle Kinder auf der Erde, für den Moment all die Probleme vergessen“, bemerkt Zakrea nachdenklich.

 

 

„Wir schreiben uns täglich“

 

 

Sehr oft rissen ihn und seine Freunde die Bomben in unmittelbarer Nähe in die Realität zurück. „Die Einschläge haben wir gehört. Und haben dann einfach weitergespielt.“ Nicht, um sich in eine Traumwelt zu retten, aber doch, um all die schrecklichen Erlebnisse irgendwie zu verarbeiten. „2000 ist mein Vater im Krieg getötet worden, 2010 mein älterer Bruder“, sagt Faramosh Zakrea. In der Heimat hat er noch seine Mutter und zwei Schwestern. „Wir schreiben uns täglich, und wenn das WLAN gut ist, klappen auch Videoanrufe.“

 

 

 

 

 

Die komplette Geschichte steht auf www.szbz.de