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Von unserem Redakteur Karlheinz Reichert · 29.03.2016

Der Sieger ist ein lupenreiner Amateur

Radsport: Rund-um-Schönaich-Gewinner Jonas Rapp hat als Auszubildender eine 40-Stunden-Woche / Beim ersten Seniorenrennen hat Matthias Lang im Finale noch Reserven

Jonas Rapp, der Sieger im Hauptrennen des 42. Rund um Schönaich, ist aus besonderem Holz geschnitzt. Beim Training im Winterhalbjahr tritt er von Montag bis Freitag mit Licht am Rennrad durch die Nacht. Der 21-Jährige ist ein lupenreiner Amateur, der von seinem Arbeitgeber für den Sport keine Vergünstigungen erhält.

„Die 30 Urlaubstage müssen für Trainingslager und besondere Wettkämpfe reichen“, sagt der Pfälzer, der für das bayerische Team Heizomat an den Start geht. „Ich hoffe, sie reichen auch, denn in diesem Jahr habe ich schon einiges verbraucht“, meint der Auszubildende, der sich mit einer 40-Stunden-Woche bei einem Holzpressen-Hersteller auf dem Weg zum Außenhandelskaufmann befindet.

Das Elite-Rennen der Männer war am gestrigen Ostermontag ein munterer Wettbewerb. Von Anfang an zog ein Angriff nach dem anderen das Fahrerfeld mit den rund 200 Startern in die Länge.

Mit sieben Mann gehörte das Team Heizomat zu den zahlenmäßig stärksten. „Von uns musste immer einer dabei sein, aber so war klar, dass ich mich anfangs zurückhalten konnte“, verriet Rapp hinterher einen Teil der Mannschaftsstrategie. Als die Hälfte der 144 Kilometer absolviert waren, habe er gemerkt: „Jetzt muss ich mitfahren.“ Mitfahren hieß in diesem Fall: Er setzte sich von den Verfolgern ab, fuhr in die Spitzengruppe hinein und ließ diese am 15 Prozent steilen Wolfenberg stehen.

Ähnlich machte dies auch Jannik Steimle. Der 19-Jährige aus Weilheim/Teck, der für ein österreichisches Team fährt, in Schönaich aber ohne Mannschaftsunterstützung auskommen musste, holte Rapp schließlich ein. Die Entscheidung fiel am letzten Aufstieg zum Wolfenberg. „Da war Jonas einfach besser. Ich bin kein Bergfahrer“, gestand Steimle nach seinem zweiten Platz ein.

In den Ausreißergruppen mischten auch der Schönaicher Mario Vogt (Rad-Net Rose Team) und der Stammheimer Matthias Pfrommer (Bike-Team Centurion-Vaude) immer wieder mit. Vogt wurde schließlich 20., während Pfrommer ohne Aussicht auf ein gutes Ergebnis im Finale nach 15 von 16 Runden die Segel strich.

Bei den Senioren waren schnell zwei Ausreißerduos dem Feld enteilt. Schnellster war am Ende der favorisierte Deutsche Meister Matthias Lastowsky (Gunsha Racingteam). Matthias Lang vom RSC Schönaich, der das Rennen der über 50-Jährigen initiiert hatte, versuchte auch einmal vom Feld wegzukommen, stellte aber bald fest, dass es sinnvoller ist, die Kräfte für das Finale aufzusparen. Das zahlte sich am Ende aus. Als Zweiter im Sprint des Feldes wurde er insgesamt Sechster.

Nicht recht zufrieden waren Jürgen Wörner (Ehningen) und Frank Düll, die beide für den RSV Öschelbronn starten. Der Wolfenberg habe ihnen zu viel abverlangt. Wobei Düll die Klage seines Vereinskameraden nicht akzeptierte: „Ich habe da den Anschluss verloren, aber bei dir ist es doch super gelaufen.“ Wörn wurde 13., Düll 25.

Beim RSC Schönaich war man mit dem Verlauf des Renntages sehr zufrieden. „Alles tipptopp“, sagte Vorstand Timo Dreher. „So macht es Spaß, sich auch auf die 43. Ausgabe unseres Frühjahrsklassikers vorzubereiten.“

Jonas Rapp auf der Zielgeraden in der Schönaicher Wettgasse. Der 21-Jährige holte dabei alles aus sich heraus. Zum Jubeln fehlte dem Sieger am Ende die Kraft.

Auch wenn sich das Ziel bei Rund um Schönaich nicht mehr direkt am Wolfenberg befindet, so spielt der steile Anstieg bei den Rennen am Ostermontag immer noch eine entscheidende Rolle. Bilder: Photo 5