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Von unserem Redakteur Karlheinz Reichert · 16.06.2014

Der schlimmste Brand nach dem Krieg

Böblingen: Erst am Samstagnachmittag kann die Feuerwehr vom Reisser-Gelände auf der Hulb abziehen

Knapp 71 Stunden, fast drei komplette Tage, war die Feuerwehr auf dem Gelände der Reisser KG auf der Böblinger Hulb im Einsatz. Vom Mittwochnachmittag an wütete dort der vermutlich schlimmste Brand nach dem Krieg im Kreis Böblingen.

Das Feuer hat die Lagerkapazitäten des Sanitär-Großhändlers an seinem Hauptstandort fast vollständig zerstört. Allein der Schaden an der Ware, so Firmenchef Helmut Reißer, gehe in die Millionen. Am heutigen Montag soll bei der großen Halle mit dem Abbruch begonnen werden, auch um die Brandursache herauszufinden.

Da die Lagerhallen durch den Brand einsturzgefährdet sind – ein Teil der Westwand der kleinen Halle ist bereits umgekippt – konnte die Feuerwehr nur von außen löschen. Das erschwerte die Arbeit der Löschtruppen. Deshalb waren bis am Samstag um 14 Uhr rund um die Uhr Einsatzkräfte von Feuerwehr und DRK vor Ort. Die Feuerwehrleute mussten immer wieder aufflammende Kleinbrände löschen.

Gerd Zimmermann, Pressesprecher der Freiwilligen Feuerwehr Böblingen: „Der Einsatz beim Großbrand der Lagerhallen der Firma Reisser war ein außergewöhnliches Schadenereignis. Man kann davon ausgehen, dass dies höchstwahrscheinlich der größte Brand in der Nachkriegsgeschichte im Landkreis Böblingen war.“

Die Bilanz: Etwa 450 Einsatzkräfte, davon 250 seitens der Feuerwehr, 100 vom DRK sowie jeweils 50 Einsatzkräfte des THW und der Polizei mit mehr als 110 Einsatzfahrzeugen waren am Mittwoch vor Ort. Darunter die Feuerwehren aus Böblingen, Sindelfingen, Herrenberg, Leonberg, Aidlingen, Gäufelden, Gärtringen, Ehningen, Renningen, Weil der Stadt, Nufringen, Waldenbuch, Magstadt, Holzgerlingen, die Werksfeuerwehr von Daimler, die Berufsfeuerwehr Stuttgart, die Freiwillige Feuerwehr Stuttgart-Birkach, die Flughafenfeuerwehr, die Führungsgruppe des Landkreises, das Team des Einsatzleitwagens ELW2 sowie zwei Bau-Fachberater.

Es waren fünf Hub-Rettungsfahrzeuge im Einsatz sowie zwei Hubschrauber der Polizei und des DRK. In Spitzenzeiten prasselten rund 10 000 Liter Wasser pro Minute auf den Großbrand ein.

So sieht die Zerstörung aus der Vogelperspektive aus: Von heute an werden die ausgebrannten Lagerhallen der Firma Reisser auf der Böblinger Hulb Stück für Stück abgerissen. Bild: Stampe