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Von unserem Mitarbeiter Matthias Staber · 15.01.2020

„Da passiert viel Echtes auf der Bühne“

Sindelfingen: Am 18. Januar feiert die Inszenierung von Falk Richters „Small Town Boy“ durch die „Junge Bühne Sindelfingen“ Premiere im Theaterkeller

Obwohl "Small Town Boy" keine Protagonisten im klassischen Sinn präsentiert, kommt den von Daniel Fix (links) und Nils Weber gespielten Figuren, die sowohl unter dem Namen der Darsteller als auch unter fiktiven Bezeichnungen agieren, eine zentrale Rolle bei der Inzenierung des Vereins "Junge Bühne Sindelfingen" zu. Bild: Staber

Mit dem Tanztheater-Stück „Small Town Boy“ von Falk Richter präsentiert der Verein „Junge Bühne Sindelfingen“ nach dem Musical „Next to Normal“, dem Theaterstück „Die Acht: Rentiermonologe“ und dem „Liederabend – Schumann & Loewe“ seine vierte Produktion. Unter der Regie von Ingo Sika und choreographiert von Pascal Sangl bringt das Stück „brutales, modernes, deutsches Theater“ auf die Bühne des Theaterkellers.

Schon wieder so ein Schwulenstück? Mit dieser provokanten Frage übertitelt die „Junge Bühne Sindelfingen“ nicht nur die aufwändig gestaltete und produzierte Programm-Zeitschrift, die dem Publikum von „Small Town Boy“ Hintergrundinformationen an die Hand gibt.

Der als Frage getarnte, homophobe Anwurf findet sich auch im Stück selbst: Aufgebracht wendet sich Darsteller Nils Weber ans Publikum, wittert dort Schwulen-Hasser, denen genau diese Frage auf der Seele brennt. Nils Weber redet sich in Rage, brüllt, lässt sich von Ensemble-Kollege Daniel Fix gerade so eben noch mal beruhigen. Wenige Minuten alt ist zu diesem Zeitpunkt die Aufführung von „Small Town Boy“, schon ist die vierte Wand zertrümmert und den Zuschauern wird unmissverständlich klar gemacht: Hier gibt es keine lockere Unterhaltung, sondern provokante Theater-Kost, zu der es sich zu positionieren gilt.

Als „brutales, modernes, deutsches postdramatisches Theater“ bezeichnet Ingo Sika „Small Town Boy“, das Autor und Regisseur Falk Richter am 11. Januar 2014 im Auftrag des Berliner Maxim Gorki Theaters uraufführte. „Ich selbst habe das Stück zweimal gesehen“, so Sika, der für Regie und Gesamtleitung der Inszenierung durch die „Junge Bühne Sindelfingen“ verantwortlich zeichnet: „Dabei hat sich mein Blick auf das Stück deutlich geändert.“

„Small Town Boy“, dessen Titel sich auf den gleichnamigen Song der britischen Band Bronski Beat aus dem Jahr 1984 bezieht, sei im Grunde eben kein Schwulenstück, ist Ingo Sika überzeugt: „Alle Themen, die das Stück verhandelt, gelten inzwischen ganz genauso in heterosexuellen Zusammenhängen.“ Die Schwierigkeit, Partner zu finden, die Reduzierung der Menschen auf Äußerlichkeiten und Sexualität, die zunehmende Bindungsunfähigkeit: All diese Themen seien zwar früher und mit größerer Vehemenz in den homosexuellen Szenen diskutiert geworden.

Der komplette Artikel steht am Donnerstag in der SZ/BZ und auf www.szbz.de

„Small Town Boy“ von Falk Richter in der Inszenierung durch die „Junge Bühne Sindelfingen“ feiert am 18. Januar um 20 Uhr im Theaterkeller Premiere. Weitere Aufführungen am 19., 22., 24., 25., 26., 29. und 31. Januar sowie am 1. Februar um 20 Uhr, sonntags um 18 Uhr. Weitere Informationen unter www.junge-buehne-sindelfingen.de

Und hier gibt's den Song  "Small Town Boy" von Bronsky Beat.