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Von unserer Mitarbeiterin Marie Kaspar · 23.05.2014

Bisher fünf schadhafte Bohrlöcher

Böblingen: Zehn von 17 Bohrungen in den Hebungsgebieten sind untersucht/ Minister Untersteller kommt

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asser fließt, wo es nicht fließen soll. Die Erde hebt sich, Hauswände reißen. Zehn Geothermie-Bohrlöcher sind untersucht. Die Hälfte muss saniert werden. Bei drei der zehn Bohrungen gibt es weitere Untersuchungen. Sieben Bohrlöcher zwischen Friedhof und Eichendorffschule müssen noch geprüft werden.

Im nördlichen Hebungsgebiet ist eine von zwei Bohrungen auffällig. Hier stehen nun die nächsten Schritte an. „Derzeit wird geklärt, ob die Bohrfirma sich um die Sanierung kümmert oder der Landkreis selbst eine Firma beauftragt“, sagt Pressesprecher Dusan Minic.

Im südlichen Gebiet müssen 15 Bohrlöcher untersucht werden. Ergebnisse gibt es inzwischen bei acht. Füllmasse soll die Hohlstellen zwischen Erdwärmesonde und Bohrlochwand abdichten, damit dort kein Wasser eindringen kann. Bei vier Bohrlöchern ist das nicht geglückt, so die Experten. Um sicher zu gehen, gibt es bei drei weiteren Geothermie-Bohrungen nach einer Ruhephase noch mal Messungen.

Außerdem bereiten die Fachleute gerade die Untersuchung der restlichen sieben Bohrlöcher zwischen Friedhof und Eichendorffschule vor. Sie fordern außerdem für beide Hebungsbereiche je zwei Erkundungsbohrungen zu planen und diese in unterschiedlichen Tiefen zu Grundwassermessstellen auszubauen, um die Gegebenheiten unter der Erde noch detaillierter zu ermitteln. Das soll aber parallel zur Sanierungsvorbereitung und -Beginn passieren.

Inzwischen hat sich auch Besuch aus der Landesregierung angekündigt. Landrat Roland Bernhard hat Umweltminister Franz Untersteller eingeladen, sich in Böblingen in den Hebungsgebieten selbst ein Bild von den Schäden zu machen. In einem Gespräch habe der Minister nun persönlich angekündigt, die Einladung anzunehmen. „Für die Zusage bin ich dem Minister sehr dankbar“, sagt Bernhard. Die Dimension der Schäden erfordere es, dass nun das Land schnell finanziell und personell hilft. Das beträfe vor allem eine rasche und unkomplizierte Finanzierung für die Sanierung der Bohrungen. Damit könne ein schneller Start der Sanierung ermöglicht werden.

Das Landratsamt als untere staatliche Verwaltungsbehörde brauche diese Unterstützung, um die Sanierung der Bohrungen überhaupt bewältigen zu können. Mehr noch benötigten die Geschädigten vor Ort die Hilfe des Landes. Sie könnten „ohne jedes eigene Verschulden, ihre Häuser auf Jahre hin wegen der weitergehenden Erdhebungen nicht vernünftig sanieren oder verkaufen“, so der Landrat.

Er fordert Untersteller auf: „Überzeugen Sie bitte die Versicherer, den Geschädigten schon jetzt die Zusagen für die Übernahme der versicherbaren Schäden zu geben, um ihnen wenigstens die existenzielle Unsicherheit zu nehmen.“

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Von 17 Geothermie-Bohrungen sind jetzt zehn untersucht und bei fünf Mängel aufgetreten. Viele Hintergründe und Informationen stehen auf www.szbz.de im Netz. Grafik: Buscemi