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23.07.2015

Am Montag sind zehn Bohrungen dicht

Böblingen: Sanierung im Heinrich-Heine-Weg bald abgeschlossen / 13000 Liter Füllmasse verpresst

Landrat Bernhard im Gespräch mit Anwohnern der Hebungsgebiete in Böblingen. Bild: fotoknobi

Ab nächster Woche sind zehn Bohrlöcher saniert, die für die Erdhebungen südlich der Stuttgarter Straße und nördlich des Herdwegs verantwortlich sein sollen. "Wir haben die Löcher gestopft", sagt Jochen Weinbrecht vom Landratsamt. Im Februar ist die Baustelle von der Siemensstraße in den Heinrich-Heine-Weg umgezogen. Im Norden haben die Experten zwei Bohrungen verpresst. 4630 Liter Füllmasse haben in die Hohlräume gepasst. Im Heinrich-Heine-Weg waren es acht Bohrungen. Hier pumpt die Baufirma 13000 Liter Füllmasse in die Hohlstellen. Angesichts dieser Mengen hat das Landratsamt keinen Zweifel mehr daran, dass die Geothermie-Bohrungen schuld an den Erdhebungen sind. "In jede einzelne Sonde hat Füllmasse gepasst. Ein Zeichen dafür, dass je Bohrung fehlerhaft war", sagt Jochen Weinbrecht. 200 Häuser sind betroffen. Der Anwalt der Interessensgemeinschaft, Dr. Eberhard Haaf, spricht von einem Schaden, der einen zweistelligen Millionenbetrag erreicht.

Klage gegen Gungl kommt

Weiter geht es nächste Woche im Schliffkopf- und im Herdweg. Dort befinden sich die sieben restlichen Bohrungen, bei denen die Geologen Mängel entdeckt haben. Der Herdweg 51 ist die nächste Adresse. Der Landrat rechnet mit Gesamtkosten für die Sanierung von fünf Millionen Euro. "Das ist nicht versicherbar, es ist Sache des Landes, uns diese Kosten zu ersetzen", so Bernhard. Am 27. August holt er die Versicherungen an einen Tisch, um in Sachen Haftung voran zu kommen. Anwalt Haaf bereitet derzeit die Klage gegen die Bohrfirma Gungl vor. "Unser Ziel war, sich außergerichtlich zu einigen, aber das gelingt leider nicht", so Werner Schubert von der Interessensgemeinschaft

Die Erkundungsbohrung in der Kniebisstraße bleibt noch bis Herbst. Derzeit sind die Wissenschaftler auf einer Tiefe von 130Metern angelangt. 140 Meter sind geplant. Nächste Woche gibt es für das nördliche Hebungsgebiet eine Abschluss-Besprechung. "Wir hoffen, dass dann rasch das Gutachten des Landesamts für Geologie fertig wird", sagt Pressesprecher Dusan Minic. Man hoffe, dass das Gutachten für den nördlichen Bereich im Spätsommer vorliegt. Es soll den Beweis liefern, dass die Erdwärme-Bohrungen schuld an den Erdhebungen sind. Einen Lichtblick gibt es schon: Erste Messungen haben ergeben, dass sich die Erdhebung im Norden um bis zu 20 Prozent verlangsamt hat. Eindeutige Messergebnisse sollen im Herbst vorliegen.

 

(24.07.2015)