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Von unserem Redakteur 
Dirk Hamann · 25.03.2020

50 Tiere stecken in der Klemme

Schönaich: Der reisende Betrieb der Familien Frank kann wegen der Corona-Krise sein Winterquartier nicht verlassen / Einnahmen fehlen, um auf Dauer die 50 Tiere versorgen zu können

Daueraufenthalt statt Winterquartier: Der Zirkus Bravissimo muss vorerst an der Steinenbronner Straße in Schönaich bleiben. Bild: Hamann

Auf der Wiese an der Steinenbronner Straße hinter dem Altenpflegeheim stehen seit Januar Zelte, Wohn- und Lastwagen. Wie so oft in den vergangenen Jahren hat auf dem Privatgrundstück ein kleiner Zirkus sein Winterquartier bezogen. Diesmal der Zirkus Bravissimo. Und dieser hat in der Corona-Krise ein massives Problem: Er steckt in Schönaich fest. Und aufgrund ausbleibender Einnahmen tief im Schlamassel.

In Schönaich hat man sich daran gewöhnt, dass Jahr für Jahr ein kleiner Familienzirkus auf dem Grundstück des Landwirts Willi Rebmann an der Steinenbronner Straße überwintert. Richtige Probleme gab es deswegen eigentlich nie. Zumindest nichts, was nicht mit einem netten Gespräch schnell aus der Welt geschafft worden ist. Auch das Zusammenleben mit dem Zirkus Bravissimo verlief in den vergangenen Wochen reibungslos. Einzig, dass der Gehweg, der durch den Park „Im Röhrle“ führt, einmal zugeparkt war, hatte Bürgermeister Dr. Daniel Schamburek zu beanstanden, sonst nichts. „Das sind wirklich nette, dankare und verständnisvolle Leute“, erklärte er. „Mit denen kann man reden.“


Im Moment herrscht vor allen Dingen Handlungsbedarf. Denn der Familienzirkus um die Brüder Giuliano und Walter Frank, den es schon seit 1812 gibt, ist in eine Zwickmühle geraten, aus der er so schnell nicht wieder herauskommt. Jetzt, wo der Winter vorbei ist, wäre das Ensemble eigentlich wieder durch die Lande getourt. Es hätte in einem Ort nach dem anderen das 150 Zuschauer fassende Zirkuszelt aufgebaut, zu Bauernhof-Shows eingeladen, dabei Einnahmen generiert, um den aufwendigen Betrieb am Laufen zu halten. Und den Lebensunterhalt zu sichern. Für vier Erwachsene mit drei Kindern. Und dazu müssen an die 50 Tiere – Alpakas, Lamas, Kühe, Schafe, Enten, Ziegen, Ponys und Hunde – versorgt werden.


Das finanzielle Polster der vergangenen Spielzeit ist fast aufgebraucht. Und wegen des aktuellen Veranstaltungsverbots kommt kein frisches Geld in die klamme Kasse. „Momentan sind die Tiere noch gut versorgt. Auch wir Familien kommen über die Runden“, sagt Giuliano Frank. „Wir hoffen, dass wir das irgendwie durchstehen. Und unsere Tiere dürfen absolut nicht unter der Situation leiden.“


Der komplette Artikel steht am Donnerstag in der SZ/BZ und auf www.szbz.de