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Von unserem Redaktionsmitglied Daniel Krauter · 22.09.2012

Zum Aufladen an die Steckdose

Sindelfingen: Martin Gnann von Bionx referiert heute im Rahmen des ersten E-Bike Symposiums

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ong>Heute ab 15 Uhr findet das erste Sindelfinger E-Bike Symposium in der Mensa des Stiftgymnasiums statt. Dort erfahren die Besucher alles, was sie über E-Bikes schon immer wissen wollten.

Die SZ/BZ unterhielt sich mit Martin Gnann (Bild: Krauter) von Bionx, einem der Referenten beim E-Bike Symposium.

Wie schwer ist ein E-Bike (Pedelec) und lässt es sich auch ohne Motor so fahren wie ein herkömmliches Fahrrad?

Martin Gnann: „Hochwertige, gemäß der Straßenverkehrsordnung ausgestattete Pedelecs wiegen 24 bis 26 Kilogramm. Von diesem hohen Gewicht ist nichts mehr zu spüren, wenn das Rad in Bewegung ist. Beim Rangieren jedoch oder beim Fahren ohne Unterstützung, wenn zum Beispiel der Akku leer ist, sind Pedelecs deutlich schwerfälliger als normale Räder. Es empfiehlt sich, schon bei der Probefahrt zu testen, wie sich das Rad mit ausgeschaltetem System fährt.“

Wie schnell können E-Bikes fahren?

Martin Gnann: „E–Bikes sind zulassungspflichtige Fahrzeuge, die, ausgerüstet mit einem Versicherungskennzeichen, maximal 45 Stundenkilometer schnell sein dürfen. Pedelecs sind nicht zulassungspflichtige Fahrräder mit einer Höchstgeschwindigkeit von 25km/h.“

Wie viel kostet ein gutes E-Bike?

Martin Gnann: „Für ein gutes Pedelec sollten mindestens 1800 Euro ausgegeben werden. Die teuerste Komponente hierbei ist der Akku, der eine große Reichweite und viele Ladezyklen ermöglichen soll. Dabei müssen unbedingt die verbindlichen Sicherheitsstandards eingehalten werden. Durch das höhere Gewicht eines Pedelecs und die höheren Fahrleistungen müssen auch Rahmen, Gabel, Räder und Bremsen von guter Qualität sein. Dies ist bei Billigrädern kaum möglich.“

Wie lange hält der Akku und wie lange muss man ihn aufladen?

Martin Gnann: „Die Reichweite ist von so vielen Parametern abhängig, dass eine verlässliche Aussage nur schwer möglich ist. Als Faustregel kann gelten, dass für jeden gefahrenen Kilometer mit Unterstützung eine Energie von 4 Wattstunden aufgewendet werden muss. Unsere XL–Akkus liefern eine Reichweite von ungefähr 105 Kilometern. Es dauert zirka fünf Stunden, diese Energie wieder zurück zu laden. Nach zirka zwei Stunden sind bereits etwa 70 Prozent der Kapazität wieder erreicht.“

Bei längeren Radtouren auf Nummer Sicher gehen: Wie sinnvoll sind Ersatzakkus?

Martin Gnann: „Die Batterien halten ungefähr 1000 Ladezyklen bei einer Restkapazität von zirka 70 Prozent. Der selbe Effekt tritt ein durch natürliche Alterung der Zellen nach zirka 5 bis 7 Jahren. Vor diesem Hintergrund lohnt sich die Investition in einen Ersatzakku im Allgemeinen nicht, da dieser sehr wahrscheinlich gealtert sein wird, bevor er seine möglichen Ladezyklen erreicht hat.“

Sind Elektroräder wirklich gut für die Umwelt?

Martin Gnann: „Absolut. Im städtischen Bereich können Elektroräder die meisten Fahrten mit dem Auto ersetzen, die eben auf Kurzstrecken besonders schädlich für die Umwelt sind. Die Entwicklung neuer, stylischer Lasten- und Transporträder unterstützt diesen Trend. Die Energie sollte dabei natürlich nach Möglichkeit aus grünem Strom gewonnen werden.“

Die Qual der Wahl: Welche Antriebsart ist die beste?

Martin Gnann: „Dies lässt sich nicht pauschal beantworten, welche Antriebsart die beste ist. Ob nun Vorderrad-, Zentral- oder Heckmotor, jeder Interessent sollte sich nach ausgiebigen Probefahrten und guter Beratung im Fachhandel für das System entscheiden, dass seinen Anforderungen am besten entspricht.“

Wie verlässlich ist die elektronische Steuerung?

Martin Gnann: „Die elektronischen Steuerungen hochwertiger Elektroräder sind sehr komplex. Sie steuern die Höhe der Unterstützung abhängig von der eingebrachten Leistung des Nutzers, überwachen den Ladestand der Batterie, die Temperatur, das Spannungsniveau der einzelnen Zellen und vieles mehr. Tatsächlich gab es in der Vergangenheit Probleme mit der Elektronik von Pedelecs, auch unsere Systeme waren hiervon betroffen. Diese gehören jedoch der Vergangenheit an, so dass diesen Steuerungen heute eine sehr große Zuverlässigkeit bescheinigt werden kann.“

Eignet sich das E-Bike für Sportler?

Martin Gnann: „Unbedingt. Gerade im Breitensport wird im Allgemeinen mit zu hohen Intensitäten trainiert. Mit dem Pedelec können lange Einheiten mit kontrollierter Pulsfrequenz absolviert werden. Dadurch wird sehr effektiv die Grundlagenausdauer gefördert, Ermüdung durch Übertraining wird vorgebeugt. Auch in der Reha, zum Beispiel nach Knieverletzungen ist das Training mit dem Elektrorad ideal. Die Bewegung des Beines ist geführt, durch die Unterstützung des Antriebes wird das Gelenk geschont, die Muskulatur gezielt aufgebaut.“

Info:

Von 9 bis 14 Uhr: Energietag der Stadtwerke Sindelfingen mit Sportivo Pedelecstand. Testräder stehen zur Verfügung. 13 bis 18 Uhr: Geführte Pedelecausfahrt der Wirtschaftsförderung Sindelfingen zu den Streuobstwiesen. 15 bis 19 Uhr: 1. Sindelfinger E-Bike Symposium in der Mensa des Sindelfinger Stiftsgymnasiums.