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Von unserem Mitarbeiter Peter Maier · 26.09.2014

Zehn Jahre von der Studie zur Serie

Stuttgart/Hannover: Der selbstfahrende Lastwagen soll im Jahr 2025 Alltag werden / Probefahrten auf der Autobahn mit 80 Sachen

Mit dem Future Truck 2025 hat Mercedes-Benz in Hannover auf der Internationalen Automobil-Ausstellung für Nutzfahrzeuge einen selbstfahrenden Lastwagen vorgestellt. Für Daimler ist der Future Truck 2025 mehr als ein neuer Lastwagen. Das Unternehmen sieht in der Neuentwicklung einen zentralen Baustein für das Transportsystem der Zukunft.

Nach den Angaben des Herstellers schont der Future Truck 2025 Ressourcen, reduziert Emissionen aller Art, gewährleistet höchstmögliche Verkehrssicherheit und steigert die Vernetzung im Straßenverkehr. Er macht den Güterverkehr der Zukunft sicherer, effizienter und vernetzter. Damit, so Daimler, revolutioniert er Straßenverkehr und Infrastruktur sowie den Fahrerberuf und das gesamte Speditionsgewerbe.

Der Truck soll in zehn Jahren auf den Straßen rollen. Viele seiner technologischen Komponenten sind heute schon verfügbar und einsatzbereit.

„Unser Future Truck 2025 liefert entscheidende Antworten auf die künftigen Herausforderungen unserer Kunden. Deshalb ist es unser Ziel, die Marktreife dieser Technologie bis zum Serienfahrzeug konsequent weiter voranzutreiben“, sagte Dr. Wolfgang Bernhard, Daimler-Vorstand für Trucks und Busse, bei der Vorstellung des Fahrzeugs. „Wir zeigen schon heute, wie der Güterverkehr auf der Straße in zehn Jahren noch effizienter, sicherer und vernetzter ablaufen wird. Ich bin absolut überzeugt, dass sich dadurch eine neue Geschäftsperspektive für Daimler-Trucks eröffnet“, fügte Bernhard hinzu.

Die Fähigkeiten des Future Truck 2025 demonstrierte Daimler Trucks im Juli 2014 erstmals mit autonomen Fahrten bei Geschwindigkeiten bis zu 80 km/h in realistischen Verkehrssituationen auf einem Teilstück der Autobahn A 14 in Magdeburg. Der Future Truck 2025 benötigt keinerlei Verkettung oder Vernetzung mit anderen Fahrzeugen. Radarsensoren und Kameratechnik ermöglichen dem Future Truck 2025 autonomes Fahren unabhängig von anderen Fahrzeugen oder Leitzentralen.

Alle Sensoren an Bord des Future Truck 2025 sind miteinander vernetzt und liefern durch die Fusion der Daten im Zentralrechner ein komplettes Bild der Umgebung. Erfasst werden sämtliche bewegte und stationäre Objekte im Umfeld des Lasters. Die Sensor- und Kameratechnik ist vom Stand bis zur gesetzlich erlaubten Höchstgeschwindigkeit wirksam. Sie hält das Fahrzeug durch Lenkeingriffe vollautomatisch in der Mitte seiner Fahrspur. Hinterlegt ist außerdem eine digitale dreidimensionale Karte, wie sie bereits jetzt für das Assistenzsystem Predictive Powertrain Control (PPC) verwendet wird. Der Lkw ist so über den Streckenverlauf und die Topografie jederzeit informiert, was sich positiv auf den Verbrauch auswirkt.

Neu im Future Truck 2025 ist auch der Blind Spot Assist, eine technologische Neuerung in Sachen Sicherheit, die Daimler in den nächsten Jahren in Serie bringen will. Radarsensoren überwachen die Seiten des Lkw und warnen vor anderen, für den Fahrer nicht sichtbaren Verkehrsteilnehmern links und rechts des Trucks.

„Wir werden die ersten sein, die diese Technologie auf den Markt bringen. Der Grund dafür ist so einfach wie überzeugend: Unser Ziel ist das unfallfreie Lkw-Fahren. Und mit dem Blind Spot Assist machen wir einen wichtigen Schritt in diese Richtung“, sagte Bernhard.

Der Future Truck 2025 vermittelt auch durch sein Design den großen Schritt vom klassischen Lkw zum autonomen Transportfahrzeug. Im Exterieur ersetzen unter anderem Kameras die klassischen Außenspiegel. Das verbessert die Aerodynamik. Die Innenausstattung des Trucks folgt der Maßgabe, dem Fahrer dieses selbst fahrenden Lkw einen Arbeits- und Ruheraum zu bieten, der optimal auf seine neuen Bedürfnisse zugeschnitten ist. Displays lösen Instrumente ab, ein Touchpad herkömmliche Schalterleisten. Der um 45 Grad drehbare Fahrersitz wird in Phasen autonomen Fahrens zum Bürostuhl oder aber auch zum Lounge-Sessel, von dem aus sowohl zusätzliche Aufgaben erfüllt werden können, oder aber auch der Kontakt mit Freunden oder Familie gehalten werden kann.

An seinem künftigen Arbeitsplatz kommuniziert der Fahrer während der autonomen Fahrt per Tablet-Rechner. Statt Lenkrad und Pedalerie wird das Tablet künftig das entscheidende Arbeitsmedium auf langen und autonom gefahrenen Strecken. Hier bearbeitet der Fahrer Unterlagen, disponiert seine weiteren Fahrziele, kann zusätzliche Aufträge entgegennehmen und organisiert seine nächste Pause.

Daimler sieht in dem neuen Fahrzeug viele Vorteile: Durch seine Gesamtkonzeption verbessere der Future Truck 2025 die Geschäftsperspektiven der Kunden: Autonomes Fahren sorgt für eine bessere Kostenposition, eine höhere Auslastung der Fahrzeuge und eine größere Zuverlässigkeit. Der Future Truck 2025 steigere die Attraktivität des Fahrerberufs, indem er höherwertige Arbeiten ermögliche und gleichzeitig sozialen Bedürfnissen einen größeren Raum gibt. Hinzu komme: Der Future Truck 2025 schone die Umwelt, optimiere die Straßennutzung, verbessere den Verkehrsfluss und verringere das Unfallrisiko.

Angestoßen hat Daimler mit der Vorstellung des Future Truck 2025 auch die Diskussion über die richtigen Rahmenbedingungen für autonomes Lkw-Fahren und damit den künftigen Güterverkehr auf der Straße.

Der Future Truck 2025 von Mercedes-Benz war zu Probefahrten bereits mit 80 Stundenkilometern auf der Autobahn bei Magdeburg unterwegs. Bilder: z

Nicht nur zur Geisterstunde: der Future Truck 2025 bei Nacht.

Mindestens so viel Büro oder Cockpit wie Fahrerkabine: Der Arbeitsplatz des begleitenden Personals im autonom fahrenden Lastwagen.

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