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Von unserem Mitarbeiter Matthias Staber · 27.09.2017

„Wollte die Kernidee auf die Spitze treiben“

Sindelfingen: Axel Finkelnburg führt zum ersten Mal bei der Schaubühne Regie / Am Freitag ist Premiere der Komödie „Venedig im Schnee“ im Theaterkeller

Am Freitag, 29. September, feiert das Amateur-Theaterensemble Schaubühne Sindelfingen im Theaterkeller die Premiere der Komödie „Venedig im Schnee“ des französischen Autors Gilles Dyrek. Dabei führt zum ersten Mal Axel Finkelnburg Regie.

Die SZ/BZ hat sich mit ihm über die Inszenierung unterhalten.

Normalerweise arbeitet die Schaubühne Sindelfingen mit Profi-Regisseuren zusammen. Wie kam es dazu, dass Sie für „Venedig im Schnee“ zum ersten Mal das Regiezepter in die Hand nehmen?

Axel Finkelnburg (Bild: Staber): „Ich habe die Inszenierung von ‘Venedig im Schnee’ durch das Freiburger Wallgraben-Theater gesehen, und das Stück hat mir außerordentlich gut gefallen. Ich habe mir überlegt, dass man diese witzige Komödie doch mal in Sindelfingen spielen könnte. Mit anderen Regisseuren hat es sich jedoch nicht ergeben, also habe ich selbst die Initiative ergriffen und den Vorstand der Schaubühne gefragt, ob man sich eine Zusammenarbeit mit mir als Regisseur vorstellen könnte.“

Was gefällt Ihnen an „Venedig im Schnee“.

Axel Finkelnburg: „Das Stück ist einfach sehr lustig, und es greift mit Migration ein sehr aktuelles Thema auf.“

Worum geht es?

Axel Finkelnburg: „Genervt von ihrem Mann nach einem Ehestreit verweigert sich eine Frau der Kommunikation und redet nichts mehr. Von einem anderen Paar wird die daraufhin für einen Flüchtling gehalten, unter der Annahme, dass sie des Französischen nicht mächtig ist. Nach anfänglicher Willkommenskultur läuft die Situation recht schnell aus dem Ruder.“

Wie sind Sie Ihr Debüt angegangen?

Axel Finkelnburg: „Zunächst einmal habe ich darauf geachtet, dass ich mit Mathias Baier, Florian Penkwitt, Katrin von Hochmeister und meiner Ehefrau Katrin Finkelnburg mit alten Hasen der Schaubühne zusammenarbeite, die jahrelange Theatererfahrung mitbringen. Das hat mir den Einstand als Regisseur extrem erleichtert: Ich konnte auf die Erfahrung des Ensembles setzen, das mich mit vielen Ideen bei der Inszenierung unterstützt hat.“

Wie haben Sie sich das Handwerk eines Regisseurs angeeignet?

Axel Finkelnburg: „Ich habe mich nicht speziell vorbereitet, spiele aber selbst schon jahrzehntelang Theater und habe die Arbeitsweise von Regisseuren wie Axel Krauße, Jürgen Siehr, Karsten Spitzer, Norbert Laubacher, Dieter Hülle und Markus Klemenz erlebt. Davon habe ich mir einiges abgeschaut – vor allem von Ulrich von der Mülbe und Norbert Laubacher habe ich viel gelernt.“

Worauf haben Sie bei Ihrer Inszenierung wert gelegt?

Axel Finkelnburg: „Ich wollte die Kern-idee von ‘Venedig im Schnee’ auf die Spitze treiben, das Stück besonders scharf inszenieren. Das anfängliche Getue der beiden Paar wird manchem Zuschauer vielleicht übertrieben vorkommen – das ist aber Absicht. Ich möchte, dass es schrill wirkt, dass die Figuren besonders pointiert rüberkommen.“

Wer soll sich das Stück ansehen?

Axel Finkelnburg: „Jeder, der Lust hat auf anderthalb Stunden witzigen Theaterspaß. Darüber hinaus ist jeder herzlich dazu eingeladen, sich auf das Darunterliegende, die ernste Ebene einzulassen.“

Haben Sie Geschmack am Inszenieren gefunden?

Axel Finkelnburg: „Regie zu führen hat mir richtig viel Spaß gemacht. Ich könnte mir vorstellen das zu wiederholen.“

Info

„Venedig im Schnee“ von Gilles Dyrek in der Inszenierung durch die Schaubühne Sindelfingen feiert am Freitag, 29. September, im Theaterkeller Premiere. Weitere Aufführungen am 30. September und am 1., 3., 6., 7., 8., 13., 14. und 15. Oktober. Beginn um 20 Uhr, sonntags um 18 Uhr. Mehr unter www.schaubuehne-sindelfingen.de im Internet.