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Von unserer Mitarbeiter Anke Kumbier · 17.07.2017

„Wir wollen noch weiter wachsen“

Böblingen: Am Herman-Hollerith-Zentrum rechnet man bis zum Jahresende mit 150 Studierenden

Vor vier Jahren, im Oktober 2013, wurde das Herman-Hollerith-Zentrum, das sich mit Wirtschaftsinformatik an der Schnittstelle zwischen IT und Management beschäftigt, in Böblingen gegründet. Im Rahmen des Jugendhilfe- und Bildungsausschusses präsentierte Leiter Professor Dr. Alexander Rossmann die Fortschritte des Zentrums.

„Wir haben im Wintersemester 2013/2014 mit 19 Studenten begonnen“, berichtete Rossmann dem Ausschuss. Die Professoren kamen damals noch von der Hochschule in Reutlingen. Denn das Herman-Hollerith-Zentrum ist ein Lern- und Forschungszentrum der Hochschule Reutlingen. Inzwischen haben vier Professoren ihr Büro in Böblingen bezogen, weitere elf sind in die Forschung und Lehre eingebunden. Gegenwärtig beträgt die Studierendenzahl 125. Inklusive der Neuzulassungen zum Wintersemester 2017 rechnet Rossmann zum Jahresende mit insgesamt 150 Studierenden.

Zunächst wurde der Masterstudiengang Services Computing angeboten, ein Jahr später kam der Masterstudiengang Digital Business Management hinzu. „Das Herman-Hollerith-Zentrum ist das Forschungszentrum für Informatik der Hochschule Reutlingen“, erklärte Rossmann mit Betonung aufs ‚das‘. Gegenwärtig bestehe das wissenschaftliche Personal neben den Dozenten aus 20 Doktoranden. Da an Hochschulen kein Doktortitel erlangt werden kann, setzt das Zentrum im Rahmen des kooperativen Promotionskollegs auf die Zusammenarbeit mit Universitäten und Unternehmen. „Wir haben wieder zwölf Stipendien des Landes erhalten“, freute sich Rossmann. Diese stehen Promovenden im Gebiet des Services Computing zur Verfügung, deren Arbeiten von der Universität Stuttgart und der Hochschule Reutlingen betreut werden.

Seit der Gründung des Zentrums arbeitet es eng mit Bosch, Novatec, HP, Capgemini und IBM zusammen, sieben weitere Unternehmen kamen hinzu. Immer wieder gebe es Auftragsprojekte aus der Industrie, betonte der Leiter. In der Forschung wiederum kann sich das HHZ auf neun Kooperationspartner verlassen. Eine Anschubfinanzierung des Kreises und der Stadt Böblingen ermöglichten es, das Zentrum ins Leben zu rufen. Die Zahlungen von 230 000 Euro im Jahr auf Ebene des Landkreises und 170 000 Euro auf städtischer Ebene belaufen sich auf einen Zeitraum von zehn Jahren und enden 2023.

Zusätzlich beantrage das Zentrum erfolgreich Zuschüsse aus Förderprogrammen des Landes. „Wir wollen weiter wachsen und uns an öffentlich geförderten Projekten beteiligen.“ Hinsichtlich der Industrieprojekte seien die Auswahlmöglichkeiten groß und es gelte, die richtigen Entscheidungen zu treffen. Als Beispiel für ein öffentlich gefördertes Projekt nannte Rossmann Digitrans, an welchem das Zentrum beteiligt ist. Digitrans setzt sich mit der Anpassung von Geschäftsmodellen von kleinen und mittleren Unternehmen im Zuge der Digitalisierung auseinander. „Als neu eröffnetes Forschungslabor haben wir Smart Home/Smart Shop“, verkündete der Professor. In 20 Jahren werde es den Supermarkt, wie man ihn heute kenne, nicht mehr geben. „In Zukunft bestellt man im Online-Shop oder das Haus bestellt die fehlenden Lebensmittel und Haushaltswaren selbst nach.“

Die Aussichten der Absolventen des HHZ malte Dr. Alexander Rossmann rosig. Die Jobchancen seien hervorragend. Die meisten landeten bei Partnerunternehmen des Zentrums, einige bei Mittelständlern und Beratungsunternehmen. Landrat Roland Bernhard sprach ein dickes Kompliment aus. „Qualitativ ist das Zentrum schon jetzt ein Selbstläufer.“