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Von unserem Mitarbeiter Heinz Richter · 12.02.2018

„Wir wollen keinen Schleichweg“

Aidlingen: Die Grünen informieren über den Ausbau der Kreisstraße nach Lehenweiler / Planungen für den Radweg

Es geht genau um 727 Meter, um eine der kleinsten Straßen im Kreis. Zusammen mit der Kreisstraße 1063 von Aidlingen nach Grafenau soll auch die K 1003 nach Lehenweiler ausgebaut werden. Die Ortsgruppe der Grünen ist nicht mit allen Planungsdetails einverstanden und informierte bei einer Vor-Ort-Begehung.

Die Grünen haben nichts gegen die Verbreiterung der Straße von fünf auf sechs Meter. Aber die Einmündung im Würmtal von der Straße Aidlingen–Grafenau ist für die Grünen zu großzügig. Margarete Ruoff von der Ortsgruppe, die auch zum Arbeitskreis im Landesnaturschutzbund der Kreisgruppe Böblingen gehört, hat die Pläne Anfang vergangenen Jahres erhalten und sich in die Materie eingearbeitet. Mehrmals hat sie sich vor Ort die Straßenführung und die Umplanungen angesehen. Seit über 40 Jahren fährt sie auch selbst Auto.

Weil auch die kurze Strecke nach Lehenweiler in Verbindung mit der K 1063 (Grafenau–Aidlingen) ausgebaut wird, sagte Margarete Ruoff vor den etwa 25 Bürgern: „Desto breiter die Straße, desto mehr zieht sie an. Wir wollen kein Schleichweg für die Autobahn sein.“

Ralf Beicht, der für die Fraktion der Freien Wähler im Gemeinderat sitzt, widersprach der Meinung, dass der Anschluss der K 1003 zu großzügig sei: „Die Gelenkbusse benötigen diesen Radius“, betonte er. Sein Anliegen ist es schon lange, dass die Busse auch aus Richtung Grafenau Lehenweiler anfahren können. Das ist momentan wegen der zu engen Anbindung aus dieser Richtung nicht möglich.

Frank Hagel, sein Gemeinderatskollege von den Grünen in Aidlingen, bedauert auch, dass wegen der Straßenverbreiterung alte Bäume gefällt werden. „Die sind gar nicht so alt“, entgegnete ein Zuhörer. Die Bäume sollen so um die zehn Jahre alt sein, dem stimmten auch andere Zuhörer zu.

Deutlich kann entlang der Straße von Lehenweiler an hellgrün aufgesprühter Farbe gesehen werden, welche Bäume weg müssen und mit hellgrün bemalten Pflöcken, wie weit die Straße in den Hang gebaut wird. Mit einem Meterstab misst Frank Hagel an der Einmündung die Breite der Straße: fünf Meter. Die Straße soll größtenteils auf sieben Meter ausgebaut werden.

Inzwischen gibt es wohl auch Planungen, so wissen es die Grünen, dass der Radweg über die ausgebaute Kreisstraße von Lehenweiler mit einer Querung auf die andere Seite der Kreisstraße von Aidlingen kommend und von dort zum Klärwerk geführt werden soll. Ein Anschluss soll den neuen Radweg mit der Verbindung oberhalb der Würm Aidlingen–Grafenau verbinden.

„Es ist unser Wunsch, dass die Planer eine abgespeckte Lösung für den Straßenanschluss mit keinem so starken Radius ermöglichen“, so Frank Hagel. Und wie das gehen soll, dafür haben die Grünen auch einen Vorschlag: Die Straße aus Richtung Grafenau etwas anheben und die Straße von Lehenweiler etwas absenken. Dadurch wird der Einfahr-Radius geringer.

Bei der anschließenden Diskussion im Lehenweiler Bürgerhaus gab es von den Zuhörern weitere Vorschläge: Eine Ampel, sodass der Bus für die Einfahrt Richtung Lehenweiler auch die Gegenspur verwenden kann. Weil ein Zuhörer meinte, es gäbe dort keine so wertvollen Insekten und Amphibien, entgegnete ihm eine Zuhörerin: „Hier gibt es die seltene und geschützte Wechselkröte.“

Info

Den nächsten Vor-Ort-Termin der Grünen gibt es am Sonntag, 18. Februar, um 10 Uhr, bei einer Begehung der Kreisstraße von Grafenau bis Lehenweiler.

Gemeinderat Frank Hagel (rechts) und Margarete Ruoff (Bildmitte) erläutern bei der Vor-Ort-Veranstaltung der Grünen den geplanten Ausbau der Straße nach Lehenweiler. Bild: Richter