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Von unserer Mitarbeiterin Sigrid Born-Berg · 14.03.2018

„Wir sind keine Schönwetterfahrer“

Motorsport – Jugend: Vom Regen ließ sich der Rallyeclub Böblingen die Saisoneröffnung nicht verderben

Mit einer Veranstaltung für die ganze Familie hat der Rallyeclub Böblingen die Winterpause beendet. „Wir lassen uns vom Regen nicht die Laune verderben, wir sind doch keine Schönwetterfahrer“, sagte Trainer Frank Koch über das regnerische Wetter.

Fast 50 Kinder, Jugendliche und Eltern haben dem Regen getrotzt, und sind zum ersten Training des Jahres auf dem Vereinsgelände in der Herrenberger Straße in Böblingen erschienen. Das Training findet ausschließlich im Freien statt, bei Wind und Wetter. „Wenn es regnet, tragen wir einfach Regenkleidung und ziehen das durch“, sagt Frank Koch. „Nicht umsonst sind die Fahrer des RCB gerade bei Regenrennen besonders schnell.“ Unterstützt wurde Frank Koch von seinen Co-Trainern Stephanie Koch und Dominic Roth.

Nach der langen Winterpause wurden zum ersten Mal seit Oktober wieder die Karts aus der Garage geholt, alle sprangen einwandfrei an. Lediglich die „Lila Kuh“, wie das älteste Fahrzeug des Vereins liebevoll genannt wird, bekam an diesem Tag einen neuen Motor. „Nach 20 Jahren musste das jetzt dringend sein“, sagt der 21-jährige Marcel Herok, der zusammen mit Richard Kitzler die Technik betreut.

Zum ersten Mal hat der Rallyeclub Böblingen den Saisonauftakt so groß gefeiert. Alle Kinder und Jugendlichen des Vereins waren am Wochenende da. Normalerweise findet das Training in verschiedenen Gruppen mittwochs, freitags und samstags statt, sodass sich viele Mitglieder nur zu den Rennen treffen.

„Uns ist es aber einfach wichtig, das Gemeinschaftsgefühl der Fahrerinnen und Fahrer weiter zu stärken“, sagt Frank Koch. „Die älteren und erfahrenen Jugendlichen helfen den Jüngeren, geben ihnen gute Tipps, wie sie mit dem Kart möglichst schnell um den mit Pylonen abgesteckten Slalomparcours zirkeln.“ Wichtig ist dabei auch, dass die Pylonen nicht umfallen, denn bei den Rennen werden solche Fehler mit zwei Strafsekunden belegt.

Der Verein hatte auch Kinder und Jugendliche zum Schnuppertraining eingeladen. Der neunjährige Fabio beispielsweise träumt seit einem Jahr davon, Kartslalom zu fahren, hat es aber zusätzlich zum Fußball nicht geschafft. Nachdem er jetzt mit Fußball aufgehört hat, ist genügend Zeit für seine Leidenschaft. Und auch der zehnjährige Aaron war vor dem Schnuppertraining so aufgeregt, dass er in der Nacht kaum schlafen konnte. „Er hat einfach Benzin im Blut“, lacht sein Vater. Auch seine Schwester wird wohl mit dem Kartslalom anfangen.

Über weiblichen Nachwuchs freut sich der Trainer besonders: „Kartslalom ist auch für Mädchen eine tolle Sportart, denn es kommt neben der Geschwindigkeit vor allem auch auf Geschick und Präzision an. „Und da sind die Mädchen oft besonders gut“, erklärt Frank Koch, dessen Tochter und Co-Trainerin Stephanie Koch zu den besten Fahrerinnen Deutschlands zählt.

Von dem erstrebten Gemeinschaftsgefühl war am Wochenende einiges zu spüren, denn alle Vereinsmitglieder waren aktiv. Nathalie Sass unterwies die Jugendlichen in Erster Hilfe. Als Ausbilderin beim Roten Kreuz ist es ihr besonders wichtig, dass jeder weiß, was zu tun ist, falls doch einmal etwas passieren sollte: „Das wichtigste ist immer: Ruhe bewahren.“

Obwohl Kartslalom eine äußerst risikoarme Sportart ist, müsse trotzdem jeder wissen, was im Notfall zu tun ist: „Es kann überall was passieren, und wenn ich dann weiß, wie ich Hilfe hole, ein stabile Seitenlage mache oder einen Verband anlege, dann ist schon viel geholfen“, erklärt die Mutter der neunjährigen Kartfahrerin Finia.

Einführung in die technischen Besonderheiten eines Karts bekamen die Kinder von Marcel Herok, Richard Kitzler und Moritz Berg. Sie erklärten, wie man ein Kart überhaupt startet, wie man Reifen wechselt oder tankt.

Währenddessen kümmerte sich Daniel Jutzi um den neuen Aufenthaltsraum auf dem Gelände, Hussein Bayyati half den Kindern beim Ein- und Aussteigen in die Karts und Aneta Kitzler und Mira Sifra sorgten sich um das leibliche Wohl, indem sie selbst gebackenen Kuchen, Kaffee, Getränke und Brezeln verkauften.

Info

Das Training beim Rallyeclub findet mittwochs von 16 bis 18 Uhr, freitags von 15 bis 18 Uhr und samstags von 10 bis 14 Uhr statt. Anmeldungen auf der Homepage vwww.rallyeclub-boeblingen.de im Internet.

Trotz Regen und nassem Asphalt hatten die Nachwuchs-Rennfahrer Spaß bei der Saisoneröffnung des Rallyeclubs. Bild: Born-Berg