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Von unserem Redakteur 
Daniel Krauter · 02.07.2020

„Wir hoffen, dass die Prämie Anreize schafft“

Kreis Böblingen: SZ/BZ-Interview mit Marion Oker, Leitende Geschäftsführerin der IHK-Bezirkskammer Böblingen, über die Ausbildungsprämie für kleine und mittlere Unternehmen

Kleine und mittlere Unternehmen, die trotz Corona-Krise die Zahl der Auszubildenden halten oder sogar erhöhen, bekommen pro Lehrstelle eine Prämie von bis zu 3000 Euro.

Die SZ/BZ hat sich dazu mit Marion Oker, Leitende Geschäftsführerin der IHK-Bezirkskammer Böblingen, unterhalten.



Ist die „Ausbildungsprämie“ die richtige Entscheidung der Bundesregierung?


Marion Oker (Bild: z): „Wir haben vor kurzem eine Umfrage in unserem Ausbilderforum durchgeführt, dem zahlreiche Ausbilder aus den Betrieben im Landkreis angehören, um eine Einschätzung zur aktuellen Lage vor dem Ausbildungsstart im 
September zu bekommen. Rund ein Drittel davon hat angegeben, dass sie weniger, beziehungsweise gar nicht ausbilden werden im nächsten Ausbildungsjahr. Wir hoffen sehr, dass die Ausbildungsprämie motivierend wirkt, solche Entscheidungen zu überdenken bzw. Anreize schafft, dass vielleicht sogar mehr ausgebildet wird. Sie nimmt den Betrieben auch die Sorge, bei Kurzarbeit mit den Ausbildungskosten alleine dazustehen. Wir brauchen dringend Ausbildungsplätze, um den jungen Menschen, die die Schule in diesem Jahr abschließen, auch eine Perspektive bieten zu können. Die Krise darf nicht bewirken, dass hier ein Mangel entsteht und wir möglicherweise in eine höhere Jugendarbeitslosigkeit stürzen.“


Finanzhilfen erhalten Firmen auch, wenn sie Azubis von insolventen Betrieben übernehmen. Begrüßen Sie dies?


Marion Oker: „Die Prämie stellt in diesem Fall sicher, dass die Weiterführung eines Ausbildungsverhältnisses bei pandemiebedingter Insolvenz eines ausbildenden KMU gewährleistet ist. Es ist nicht abzusehen, wie viele Insolvenzen es geben wird. Für Auszubildende aus solchen Betrieben, die bereits mit ihrer Ausbildung begonnen haben und von heute auf morgen mit ihrer nicht beendeten Ausbildung auf der Straße stehen würden, wäre das sehr tragisch. Die Prämie schafft gleichermaßen einen Anreiz und Ausgleich für die Betriebe, die sich um diese jungen Menschen dann kümmern.“


Das komplette Interview steht am Freitag in der SZ/BZ und unter www.szbz.de