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Von unserem Mitarbeiter Heinz Richter · 02.10.2017

Werbung für die Faszination Modellflug

Ehningen/Hildrizhausen: Hunderte von Besuchern haben bei den Böblinger Modellflugtagen Flugzeuge mit bis zu vier Meter Spannweite bewundert

Der kleine Modellflugplatz zwischen Ehningen und Hildrizhausen hatte am Wochenende bei den Böblinger Modellflugtagen mehr Flugbewegungen als der Landesflughafen. Zum Saisonabschluss trafen sich fast 100 Hobbypiloten aus Deutschland und den Nachbarländern und ließen ihre meist selbst gebauten Modelle vor Hunderten begeisterter Zuschauern fliegen.

Meist war bei den Zuschauern der Blick zum Himmel gerichtet. Nahezu ohne Unterbrechung starteten die Modelle auf der 60 Meter langen Start- und Landebahn auf dem vereinseigenen kleinen Fluggelände.

So klein sind die Modelle aber manchmal gar nicht. Der Vorsitzende des Modellflugvereins Böblingen, Rainer Vetter, brachte seinen Eurocopter BO105CB5 mit. Die Rotoren haben einen Durchmesser von 1,80 Meter. Der Modellhubschrauber ist 11,5 Kilo schwer. Mit zwei Akkus kann sich der Hubschrauber bis zu zehn Minuten lang in der Luft halten. Wenn man bedenkt, dass die Modell-Segelflugzeuge schon auf eine Spannweite von sieben bis acht Metern kommen, ist das gegenüber einem richtigen Segler mit 15 Metern gar kein so großer Unterschied mehr.

„Bei den Hubschraubern sind schon 90 Prozent mit Elektroantrieb, bei den Flächenfliegern etwa zwei Drittel“, erklärt Matthias Lücke vom Vorstand des Modellflugvereins. Grund für diese Umstellung von Verbrennungsmotoren war die Einführung der Lithium-Akkus Anfang des Jahrtausends.

Der Modellflugverein Böblingen hat etwa 100 aktive Mitglieder. Sandra Ickinger ist die einzige Frau. Der Böblinger Verein, den es seit 1963 gibt, bietet an seinem Vereinsheim über Solarstrom eine Ladestation an. Wurden die Flugmodelle früher vor allem aus Holz gebaut, ist es jetzt das leichte Carbon, das den größten Anteil hat. Am Samstag kam es bei einem der Helipiloten zu einer kleinen Havarie. Die Rotorblätter streiften den Boden.

Außer bei den Segelflugmodellen, die stundenlang die Thermik nutzen können, sind die Flugzeiten der übrigen Modelle auf zehn bis zwanzig Minuten begrenzt.

Eine besondere Attraktion war es, als am frühen Sonntagnachmittag eine Klemm 25, ein offener Zweisitzer von der Böblinger Flugsportgruppe Hans Klemm ein paar Schleifen über dem Modellflugplatz drehte.

Jüngste Teilnehmerin war Tim-Jana Kastner, 13, aus Allmersbach bei Aspach. Seit zwei Jahren ist Modellfliegen ihr Hobby. Sie flog einen Fun-Flyer mit 1,50 Meter Tragflächenbreite. Das größte Modellflugzeug, eine DC6 mit Pan American Airlines Aufschrift kam mit Christian Schmidke aus Aspach. 3,90 Meter Spannweite, 3,30 Meter Rumpflänge. 19,7 Kilo schwer. Angetrieben wird das Flugzeug von vier Motoren mit jeweils vier PS. Der 40-Jährige bastelt seit er elf ist an Modellflugzeugen.

Bei den Hubschraubern war ein turbinengetriebener Nachbau eines Polizeihubschraubers am Start und ein elektrisch angetriebener Jet Ranger XL.

Die Brüder Lucas und Simon Hatz aus Österreich sowie Alex und Marik Wiehenstroth aus Gütersloh sind Größen beim Hubschrauberkunstflug und begeisterten das Publikum mit ihren atemberaubenden Figuren am Himmel. Eines der größten Segelflugmodelle mit sechs Meter Spannweite brachte Theo Arnold aus Leinfelden-Echterdingen mit.

Fast 200 Modellflugzeuge waren am Wochenende bei den Böblinger Flugtagen auf dem Modellflugplatz zwischen Ehningen und Hildrizhausen zu sehen. Bild: Richter