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Von Chefredakteur Jürgen Haar · 20.06.2018

Weiterer Interessent fürs Domo?

Sindelfingen: Die Chancen für Domo Novo schwinden

Eine Woche vor der Entscheidung des Sindelfinger Gemeinderats über ein neues Kultur- und Bürgerzentrum kristallisiert sich eine Mehrheit für den Standort an der Alten AOK heraus. Die Chancen für Domo Novo sind nur noch gering.

Der Auftritt von Florian Leebmann, dem Eigentümer der gewerblichen Flächen im ehemaligen Kaufhaus Domo, in den nicht-öffentlichen Sitzungen von Lenkungsgruppe und Gemeinderatsausschüssen hat die Chancen für Domo Novo nicht verbessert.

Nach Recherchen der SZ/BZ bestätigte Florian Leebmann am Montagnachmittag in der Lenkungsgruppe die von der Stadtverwaltung genannten Zahlen über den Mietpreis. Leebmann informierte außerdem darüber, dass es für die gewerblichen Flächen im Domo einen weiteren Interessenten gibt. In der heutigen weiteren Sitzung von Verwaltungs- und Technischem Ausschuss (Beginn ist um 16 Uhr) soll über das Gespräch mit Leebmann und dem Vorsitzenden des Domo Novo-Vereins, Herbert Rödling, berichtet werden.

Diskothek im Domo

Weitere Fragen zum Domo wurden bereits gestern in der Ausschuss-Sitzung geklärt. „Wieso soll im Domo eine kulturelle Nutzung ausgeschlossen sein, wenn es schon vor Urzeiten über viele Jahre eine Diskothek gab?“, will SPD-Fraktionschef Andreas Schneider-Dölker wissen. Seit einer Bebauungsplanänderung im Jahr 2009, so Bau-Bürgermeisterin Dr. Corinna Clemens, gilt der Ausschluss von kultureller Nutzung. Das gilt auch für weitere Vergnügungsstätten, wie zum Beispiel Spielhallen.

Aufgeklärt hat Kulturamtsleiter Horst Zecha auch die Eigentumsverhältnisse im Domo. Neben der Unternehmensgruppe Leebmann gibt es rund weitere 70 Eigentümer von Wohnungen und Büros. Sie werden vertreten von drei Eigentümer-Gemeinschaften. Aus Sicht der Verwaltung ist die Eigentümerstruktur sehr kompliziert und birgt bei Eigentumserwerb durch die Stadt „rechtliche Risiken“. Für Dr. Andreas Beyer, fachkundiger Einwohner im Ausschuss, wäre es im Sinne von Domo Novo „aber alle Mühe wert, die Konsensfähigkeit der Eigentümer“ zu erfragen.

„Alte AOK wird ein Vereinsheim“

Während CDU, Freie Wähler, die FDP und wohl auch Teile der SPD für die Alte AOK stimmen werden, setzen sich Tobias Bacherle (Grüne) und Richard Pitterle (Linke) weiter für ein „sozio-kulturelles Zentrum“ im Domo ein. „Domo Novo ist der einzige Vorschlag, der Sinn macht“, sagt Bacherle. Die Alte AOK dagegen „wird kein Kultur- und Bürgerzentrum, sondern ein Vereinsheim“, so der Stadtrat der Grünen. „Wir vergeben eine Chance, wenn wir auf Domo Novo verzichten“, findet Richard Pitterle.

SZ/BZ-Chefredakteur Jürgen Haar ärgert sich darüber, dass Sindelfinger Stadträte ein Kultur- und Bürgerzentrum an der Alten AOK als „Vereinsheim“ abtun und damit die Verbandsjugendarbeit herabwürdigen.