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Von Heinz Richter · 01.01.2023

Weil der Stadt: Pulverdampf fürs neue Jahr

Die Bürgergarde begrüßte mit Donnerhall den Jahreswechsel. Lange Geschichte der Miliz.

Die Schützen sorgten für mächtig viel Büchsendonner und Pulverdampf. Bild: Richter

WEIL DER STADT. Mehrmals rollte am Neujahrssonntagnachmittag Büchsen- und Kanonendonner über Weil der Stadt hinweg. Die Bürgergarde begrüßte das neue Jahr. Beim Königstor hatten sich dazu einige hundert Besucher eingefunden, die sich vor allem bei den Kanonenschüssen die Ohren zuhielten.


Die Zeremonie begann schon etwas früher auf dem neuen Marktplatz. Die neun Gardisten schossen auf das Kommando von Bürgergarden-Kommandant Hartmut Sigel einmal. Danach ging es mit Trommler Detlef Sigel an der Kirche vorbei zum Königstor.


„Möge 2023 so werden wie sie es sich wünschen“, begrüßte Kommandant Sigel die Besucher. Auch Bürgermeister Christian Walter schloss sich den Wünschen an. Man müsse nach vorne sehen. Er hoffe, dass in diesem Jahr alles stattfinden könne, was in den vergangenen beiden Jahren vermisst worden sei.


Ehrengäste an der Kanone


Auf dem Parkplatz beim Königstor hatten die neun Gardisten mit ihren württembergischen Gewehren aus dem Jahr 1857 inzwischen Aufstellung genommen. Drei Salven Salut wurden gegeben. Die Gardisten marschierten anschließend in ihren blau-roten, napoleonischen Uniformen mit Zweispitzhut und Hahnenfederbusch auf die Wiese zwischen Königstor und Storchenturm. Dort waren die zwei über 250 Jahre alten württembergischen Parallelgeschütze aufgebaut. Den ersten Schuss mit der Kanone durfte Bürgermeister Christian Walter abfeuern. „Aus Sicherheitsgründen übernehmen wir die Ladeprozedur und die drei Ehrengäste dürfen das Feuer auslösen“, sagte Kommandant Sigel. Danach durften Ehrenkommandant und Alt-Schultes Hans-Josef Straub und Landtagsabgeordnete Hans Dieter Scheerer zum Feuern an der Schnur ziehen.


Die Bürgergarde hatte früher eine wichtige Stellung in der freien Reichsstadt. Nach der Schlacht bei Döffingen 1388 kam die Idee einer bewaffneten Bürgermiliz auf. Aus Dokumenten geht hervor, dass 1559 52 Schützen die Stadt sicherten. Seit 1669 wurden alle Bürgersöhne dann dazu verpflichtet, an einem Vier-Wochen-Schießen teilzunehmen. Vorläufer der Weil der Städter Bürgermiliz waren die Himmelschützen, die allerdings vor allem an Fronleichnam und Himmelfahrt die Prozessionen begleiteten.