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Von unserem Mitarbeiter Thomas Oberdorfer · 03.02.2011

Wegen 50 Euro ins Gefängnis

Sindelfingen: Raub und Körperverletzung an einem Taxifahrer

Vier Männer haben am 25. Januar 2009 in Sindelfingen einen Taxifahrer überfallen. Drei Täter wurden bereits verurteilt, jetzt musste sich der vierte vor Gericht verantworten. Wegen Raubs und Körperverletzung wurde der 21-jährige Sindelfinger zu einer Jugendstrafe von zwei Jahren und neun Monaten verurteilt.

 

Langeweile, Geldgier - was auch immer das Motiv für den Überfall war, es blieb in der Verhandlung im Dunkeln. "Wir haben uns an dem Abend getroffen und dann kam einer von uns auf die Idee, einen Taxifahrer zu überfallen", sagte der 21-jährige Ralf K. (Name von der Redaktion geändert).

 

Die Polizei stellte bei ihren Untersuchungen an dem Fahrzeug Fingerspuren fest. Mit deren Hilfe wurde einer der Täter ermittelt. Dieser schilderte den Hergang des Raubüberfalls und benannte auch seine Komplizen. Jener Täter wohnte aber im selben Haus wie Ralf K. Daher hat der 21-Jährige Angeklagte mitbekommen, wie dieser festgenommen wurde und setzte sich nach Italien ab. Im September 2010 stellte er sich aber der Polizei.

 

Gegen 3.50 Uhr meldete sich vor einem Jahr einer der Angeklagten bei einem Taxiunternehmen und bestellte einen Wagen zur Sindelfinger Stadthalle. Der Angeklagte sprach den Fahrer durch die Beifahrertür an. Diese Situation nutzten die drei Mittäter aus. Sie rissen die linke Autotür auf und schlugen auf den Taxifahrer ein. Dabei erlitt der 56-Jährige Prellungen, Nasenbluten und eine Risswunde am Ohr. Die Beute betrug etwa 400 Euro, der Angeklagte bekam 50 Euro.

 

"Es tut mir leid, was ich gemacht habe", sagte Ralf K. Der Angeklagte befindet sich derzeit in Haft. Er war wegen gefährlicher Körperverletzung vom Landgericht Stuttgart zu einer Jugendstrafe von einem Jahr und sechs Monate ohne Bewährung verurteilt worden. Ralf K. war an der Schlägerei am 15. April 2006 im Hinterweil beteiligt, bei der ein junger Mann ins Koma geprügelt wurde. Das Opfer lag jahrelang im Wachkoma und starb im Frühjahr 2010.

 

Das Jugendschöffengericht unter Vorsitz von Richter Günter Scheible verurteilte jetzt Ralf K. unter Einbeziehung des Landgericht-Urteils zu einer Jugendstrafe von zwei Jahren und neun Monaten.