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Von Rebekka Groß · 09.03.2019

Weg von der Quote

Standpunkt: Die Gleichberechtigung zwischen Mann und Frau

Weltfrauentag: Wer könnte besser einen Meinungsbeitrag über den Weltfrauentag schreiben als eine Frau? So lauteten die Überlegungen meiner (ausschließlich männlichen) Redaktions-Kollegen. Also machte ich mir gestern am Weltfrauentag Gedanken über Frauenrechte und Gleich-berechtigung.

Fakt ist, seit dem ersten Frauentag vor 108 Jahren hat sich viel getan. Wahlrecht, Freiheit in der Berufswahl und sexuelle Selbstbestimmung sind nur ein paar der Errungenschaften der Frauenrechtlerinnen aus den letzten Jahrzehnten. Heute völlig undenkbar, dass die deutsche Frau bis 1958 ohne männliche Erlaubnis keinen Führerschein machen oder bis 1962 kein eigenes Bankkonto eröffnen durfte.

Aber die feministische Bewegung nimmt dank Frauen-Quote und Co. auch bedenkliche Züge an. Einen Job will ich nicht deshalb bekommen, weil ich eine Frau bin und die Quote das so vorschreibt, sondern weil ich fachlich überzeuge. Alles andere wäre diskriminierend. Sowohl für die Frau, als auch für den Mann. Im Gegenzug darf ich für die gleiche Arbeit aber auch die gleiche Bezahlung wie die männlichen Kollegen erwarten.

Gleichberechtigung wird nicht durch nette Aktionen einmal im Jahr zum Weltfrauentag wie Blumen verteilen oder einen Feiertag für alle in Berlin geschaffen. Gleichberechtigung braucht offene Ohren für die individuellen Sorgen und Wünsche der Frauen. Gleichberechtigung heißt nicht, die Männer außen vor zu lassen. Im Gegenteil: Sie braucht mutige Frauen und Männer, die dafür einstehen.

rebekka.gross@szbz.de