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Von unserem Redaktionsmitglied Rebekka Groß · 17.05.2018

Viel Blaulicht gegen zu wenig Abstand

Sindelfingen: Große Polizei-Kontrollaktion auf A 8 und A 81 / 50 Einsatzkräfte mit stationären Kameras, Laserkontrollen und Fahrzeugen im Einsatz

  • Auf der Tank- und Rastanlage Sindelfinger Wald werden die Fahrzeuge von Polizei und Zoll kontrolliert. Bilder: SDMG/Dettenmeyer

  • Die Besatzung des Polizei-Busses an der Autobahnbrücke gibt die Verstöße direkt an die wartenden Streifenwagen weiter.

Vier Kameras blicken auf den Verkehrsstrom, der sich unter der Autobahnbrücke auf Höhe der Ausfahrt Leonberg West seinen Weg in Richtung Kreuz Stuttgart bahnt. Schon aus der Ferne ist der grüne Lastwagen zu erkennen, der einen Sprinter von hinten bedrängt. Seit 9 Uhr sind rund 50 Personen von Polizei und Zoll bei einer großen Kontrollaktion mit Schwerpunkt auf das Abstandverhalten auf der A 8 und A 81 im Einsatz. Der Computer im Kontroll-Bus der Polizei neben der Brücke rechnet nach ein paar Eingaben aus: neun Meter Abstand bei 82 km/h Fahrtgeschwindigkeit.

Kollegen warten schon

Von Sicherheitsabstand kann hier keine Rede mehr sein, der beträgt nämlich für Lastwagen bei über 50 km/h mindestens 50 Meter. „Wir haben hier einen nächsten Verstoß“ – die Polizistin vor Ort gibt optische Merkmale und Kennzeichen des Fahrzeugs an die Kollegen im Streifenwagen und auf den Motorrädern, die einige Hundert Meter entfernt warten, weiter. „Ok, ich hole ihn ab“, lautet die Antwort.

Unter dem Titel „Trucker-Distance-Day“ (Fernfahrertag) sind die Verkehrspolizeidirektion des Polizeipräsidium Ludwigsburg, das Polizeipräsidium Einsatz, die Bundespolizei und der Zoll bis in den späten Nachmittag im Einsatz. Mit einem Video-Messsystem, mobilen Laserkontrollen und Video-Fahrzeugen wird auf der A 8 und der A 81 kontrolliert.

Auffahrunfälle vermeiden

„Oft ist es die Kombination aus zu schnellem Fahren und zu geringem Abstand die zu Unfällen führt. Die verursachen nicht nur hohe Sachschäden, auch der Verkehr kommt oft für mehrere Stunden zum Erliegen und es besteht die Gefahr von schweren Personenschäden. Da muss man etwas dagegen tun“, sagt Polizeisprecher Peter Widenhorn.

Unfälle an Stauenden und Auffahrunfälle reduzieren sowie schwere Verkehrsunfallfolgen minimieren, das ist das Ziel der großangelegten Kontrollaktion. Um schwere Lastwagen-Unfälle zu vermeiden, sind seit November 2015 alle Neufahrzeuge ab 8 Tonnen mit einem Notbremsassistenten versehen. Doch der wird von den Fahrern oft abgestellt. Denn fährt etwa ein Auto in ihren Sicherheitsabstand hinein, bremst sie das System automatisch so weit runter, bis die 50 Meter wieder eingehalten sind.

Nicht nur zu geringer Abstand, auch verrutschte Ladung, unter Drogen stehende Fahrer, Raser und Fahrer ohne Führerschein gehen den Beamten ins Netz. Vor allem die ausländischen Fahrzeuge werden von den Einsatzkräften auf der Tank- und Rastanlage Sindelfinger Wald angehalten und sofort zur Kasse gebeten. Im Nachhinein wäre dies bei ihnen nämlich nicht mehr möglich. Der Großteil der in Deutschland gemeldeten Fahrzeuge wird in den darauf folgenden Tagen Post erhalten.

Bis der Streifenwagen mit dem grünen Lastwagen im Schlepptau auf der Tank- und Rastanlage Sindelfinger Wald eintrifft, bekommt Markus Eggensperger, Sachbereichsleiter Verkehrsüberwachung der Polizeidirektion Ludwigsburg dort per Funk von den Kollegen auf der Brücke die genauen Angaben des Verstoßes durchgesagt. Vor Ort wird dem Fahrer des Lastwagens dann ein Parkplatz zugewiesen und er muss den Beamten Ausweis- und Fahrzeugpapiere vorlegen. Sein Verstoß kommt ihn teuer zu stehen: 160 Euro und einen Punkt für zu geringen Abstand erwarten den Fahrer.