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06.10.2018

Vermittlung vom Jobcenter: Was tun bei einem Vermittlungsvorschlag?

Wer sich beim Jobcenter arbeitssuchend meldet und Leistungen erhalten will, hat die Pflicht, bei der Wiedereingliederung in den Arbeitsmarkt aktiv mitzuwirken. Einerseits müssen sich Leistungsempfänger selbst auf die Suche nach Stellenangeboten machen und sich bewerben. Andererseits unterstützt das Jobcenter Arbeitssuchende aber auch bei der Jobsuche, indem es ihnen passende Vermittlungsvorschläge übermittelt.

Dabei handelt es sich um ein Stellenangebot, welches der verantwortliche Sachbearbeiter aufgrund der Kenntnisse und Fähigkeiten des Arbeitssuchenden als passend empfindet. Deshalb wird er an die betroffene Person als Vorschlag für eine Bewerbung übermittelt wird. Aber auch, wenn die Stelle zu passen scheint, kann es vorkommen, dass der Arbeitssuchende mit diesem Vorschlag nicht einverstanden ist. Kann der Betroffene in diesem Fall das Vermittlungsangebot ablehnen oder ist dieser dazu verpflichtet, sich auf die vorgeschlagene Stelle zu bewerben?

Ist die Bewerbung bei einem Vermittlungsvorschlag Pflicht?

Um Leistungen zu erhalten, verpflichten sich Arbeitssuchende mit der Unterschrift unter der Eingliederungsvereinbarung dazu, sich aktiv an der Jobsuche zu beteiligen und sämtliche Stellenangebote wahrzunehmen. Dazu kann beispielsweise eine bestimmte Anzahl an Bewerbungen pro Monat festgelegt werden.

Das eigene Bemühen um einen Job ist also ebenso eine der Voraussetzungen für den Leistungsbezug wie auch die Bewerbung auf vorgeschlagene Stellenangebote. Deshalb ist es grundsätzlich zu empfehlen, den Vermittlungsvorschlag anzunehmen und sich auf die vorgeschlagene Stelle zu bewerben, auch wenn diese dem Betroffenen vielleicht nicht hundertprozentig zusagt. Andernfalls riskieren Sie eine Kürzung oder einen Wegfall der Leistungen, wenn Eigenbemühungen, Bewerbungen und die Annahme von Vermittlungsangeboten ausbleiben.

Vermittlungsvorschlag vom Jobcenter ablehnen

Für die Ablehnung eines Vermittlungsvorschlages kann es viele Gründe geben. In vielen Fällen sind die angebotenen Stellen auf sehr kurze Zeit befristet und eine Weiterbeschäftigung nach Ablauf der Frist ist an gewisse Bedingungen gebunden oder gar nicht möglich oder es handelt sich sogar um Zeitarbeit. Arbeitsuchende sind aber in der Regel auf ein längerfristiges Beschäftigungsverhältnis aus.

Andere finden vielleicht, dass die vom Sachbearbeiter vorgeschlagene Stelle überhaupt nicht auf sie passt und nicht ihren Fähigkeiten oder Kenntnissen entspricht. Würde die voraussichtliche Arbeit die Arbeitssuchenden überfordern oder gar unterfordern, ist das für sie häufig der Grund, sich auf einen Vermittlungsvorschlag nicht zu bewerben. Grundsätzlich müssen gute Gründe dafür vorliegen, die die Ablehnung eines Vermittlungsvorschlags rechtfertigen.

Generell gilt, dass eine Arbeit zumutbar sein muss. Was als zumutbar gilt, regelt das Zweite Sozialgesetzbuch (SGB II). Dort heißt es in § 10, dass eine Arbeit nicht zumutbar ist, wenn eine Person körperlich, geistig oder seelisch zu der bestimmten Arbeit nicht in der Lage ist. Weitere Gründe wären zum Beispiel, dass eine Ausübung der Arbeit die Erziehung Ihres Kindes beeinträchtigen würde oder dass sie nicht mit der Pflege eines Angehörigen vereinbar ist. Kein Grund ist hingegen, dass die Arbeit nicht Ihrem früheren beruflichen Tätigkeitsfeld oder Ihrer Ausbildung entspricht. Auch eine größere Entfernung zwischen Wohnort und Arbeitsort als früher oder schlechtere Arbeitsbedingungen bedeuten nicht, dass die Arbeit als unzumutbar angesehen werden kann.

 

Eine Arbeit kann auch aus anderen wichtigen Gründen als nicht zumutbar gelten, das heißt aber im Umkehrschluss nicht, dass eine Arbeit aus jedem beliebigen Grund unzumutbar ist. Ob Ihr Grund für die Ablehnung eines Vermittlungsvorschlages eine Ablehnung rechtfertigt, liegt in der Regel im Ermessen des Jobcenters.

Was kann nach einer Ablehnung des Vermittlungsvorschlags passieren?

Erkennt das Jobcenter den Grund für die Ablehnung des Vermittlungsvorschlages nicht an, müssen Sie damit rechnen, dass dieses Maßnahmen einleiten wird, da Sie mit Ihrem Verhalten gegen die Vereinbarung verstoßen. Die Folge kann die Auferlegung einer sogenannten Sperrfrist sein.

Wollen Sie einen Vermittlungsvorschlag ablehnen, sollten Sie in jedem Fall Rücksprache mit Ihrem Sachbearbeiter halten. Kann dieser in einem persönlichen Gespräch Ihren Grund für die Ablehnung nachvollziehen oder zeigen Sie trotz des abgelehnten Vermittlungsvorschlags Engagement bei der eigenständigen Jobsuche, kann von einer Sperrfrist oft auch abgesehen werden.

Um nicht gegen die Vereinbarung zu verstoßen und einer Sperrfrist aus dem Weg zu gehen, bewerben sich zwar viele auf die im Vermittlungsvorschlag genannte Stelle, geben sich bei der Bewerbung aber nicht sonderlich viel Mühe oder manipulieren diese so, dass eine Absage vorprogrammiert ist. Es ist ratsam, diese Vorgehensweise in jedem Fall zu vermeiden.

Entscheiden Sie sich dazu, sich auf eine Stelle zu bewerben, sollte dies unbedingt ernst genommen werden. Andernfalls kann eine Bewerbung, die mit Absicht schlecht geschrieben wurde, Ihnen als fehlende Eigenbemühung ausgelegt werden. Dieses Verhalten kann, wie bereits erwähnt, eine Verletzung der Mitwirkungspflicht darstellen und Sanktionen nach sich ziehen. Wenn Sie einen Vermittlungsvorschlag wirklich nicht wahrnehmen wollen, sollten Sie das Gespräch mit Ihrem Sachbearbeiter suchen. Ausführlichere Informationen zur Vermittlung durch das Jobcenter erhalten Sie unter https://www.hartz4hilfthartz4.de/vermittlungsvorschlag/.