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08.09.2018

Unsachlich und wenig Sachverstand

zu: „Sindelfingen rockt“

Die immer öfter auftretenden Leserzuschriften über eine zu geringe Lautstärke bei der Veranstaltung „Sindelfingen rockt“ sind unsachlich und zeugen von wenig Sachverstand über die Folgen von Lärm und die gesetzlichen Regelungen zur Lärmbegrenzung. Lärm ist gesundheitsschädlich, damit hatte ich langjährig zu tun.

Gesetzliche Regelungen und DIN-Bestimmungen, wie DIN 15905-5:2007-11 Maßnahmen zum Vermeiden einer Gehörgefährdung des Publikums durch hohe Schallemissionen elektroakustischer Beschallungstechnik, sind dazu da, die Besucher einer Veranstaltung vor Schäden der Gesundheit durch Lärm zu schützen.

Dass manche der Besucher viel Lärm durch die Musiker haben wollen, kann dadurch bedingt sein, dass sie Musik nicht hören, sondern als Schalldruck spüren wollen. Das habe ich oft erlebt, diese Leute verwenden dann Gehörschutz-Stöpsel, was durch die Verfälschung der Töne den Musikgenuss ganz nebensächlich werden lässt. Wenn unsere Staatsdiener noch ihre Pflicht für den Bürger wahrnehmen, müssen sie auf die Einhaltung der geltenden Bestimmungen und Vorschriften achten. Alles andere gleicht den Verhältnissen einer Anarchie.

Demokratie wurde von einem Leserbriefschreiber eingefordert. Demokratie zeigt sich in den gesellschaftlich beschlossenen und erstellten Regelungen für das Zusammenleben und nicht in der Lautstärke Einzelner. Ein Punkt für die Person zum Nachdenken.

Beim Versuch Innenstadtbelebung durch Konzerte am Abend zu erreichen, bin ich sehr gespalten. Belebte Innenstädte sind bewohnt, die Stuttgarter Königstraße und die Hamburger Innenstadt sind für mich ein negatives Beispiel für belebte Innenstädte. Abends nach 20 Uhr werden die Bürgersteige hochgeklappt und „Ruhe“ ist, das wird auch durch ein paar Veranstaltungen nicht ausgeglichen.

Gut aufgebaute akustische Beschallungsanlagen bringen eine zulässige Lautstärke an jeden Punkt der Veranstaltungsfläche, ohne die Umgebung mit Lärm zu belästigen. Liegt es am fehlenden Willen oder etwa am fehlenden Geld, dass dies scheinbar nicht so durchgeführt wird.

Michael Kraushaar, Sindelfingen