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Von unserem Mitarbeiter Konrad Buck · 09.10.2015

Ungewöhnliches Projekt

Deckenpfronn: Gemeinde agiert als Bauherr fürs neue „Hirsch“-Areal

Eine Gaststätte mit Tanzsaal, der einst als kulturelles Begegnungszentrum der Gemeinde diente: Der Deckenpfronner „Hirsch“ hatte eine bewegte Geschichte, ehe er im Februar 2013 abbrannte. Nun war Spatenstich für den ambitionierten Neubau an dieser ortsbildprägenden Stelle.

Acht Wohnungen und zwei gewerbliche Einheiten – so sehen die Pläne für den neu zu errichtenden Komplex aus, gegliedert in zwei Baukörper. Anders als ursprünglich angedacht, wird im neuen „Hirsch“-Gebäude kein Café betrieben. Stattdessen zieht Marko Lenz mit seiner „Apotheke am Markt“ in die Räume um, die für das Café vorgesehen waren.

Zudem wird dort der Deckenpfronner Allgemeinmediziner Uwe Schilling eine neue Praxis einrichten, die – anders als bisher – barrierefrei zu erreichen sein wird. Für sechs von acht Wohnungen gibt es „feste Absichtserklärungen“ von interessierten Käufern, wie Bürgermeister Daniel Gött sagte.

Wie das Haus gestaltet werden sollte, dazu gab es auch in der Deckenpfronner Bürgerschaft viele und viele unterschiedliche Meinungen. „Ich dachte, wir hätten Hunderte Architekten“, schmunzelte Daniel Gött. Architektonisch passt sich das neue Gebäude dem Ensemble in der Straße „Marktplatz“ an, wie Projektleiter Werner Schleh erläuterte: Dieser Bereich ist von Satteldächern und Giebeln geprägt, die zur Straße gerichtet sind. Das „Hirsch“-Areal mit der Adresse „Marktplatz 3“ hat die Größe von sechs bis acht Einfamilienhäusern.

„Es ist ein ungewöhnlicher Spatenstich“, sagte Daniel Gött, denn bei dem Neubau handelt es sich weder um einen Kindergarten noch um eine Schule. Gleichwohl agiert die Gemeinde an dieser zentralen Stelle selbst als Bauherr. Dafür hatte sich der Deckenpfronner Gemeinderat entschieden. Dies hat auch mit der besonderen Historie dieses Areals zu tun: Mitte des 19. Jahrhunderts wurde dort das Gasthaus „Hirsch“ gebaut.

Im Zweiten Weltkrieg zerstört, wurde das Gebäude in den Nachkriegsjahren zügig wieder aufgebaut – und erlebte eine Blütezeit. Solange Deckenpfronn nicht über eine Gemeindehalle verfügte, fanden die kulturellen Veranstaltungen im „Hirsch“-Saal statt – zum Beispiel Konzerte der „Flippers“ oder der „Blue Stars“.