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Von unserem Mitarbeiter 
Bernd Heiden · 17.01.2020

Unbescholtener Lebenswandel 
war die erste Sängerpflicht

Maichingen: Im Dreifach-Jubiläumsjahr des GSV feiern die Chöre ihr 150-jähriges Bestehen / Jubiläumsauftakt mit der Kulturschlachtplatte in der Turn- und Festhalle

  • Der damalige Liederkranz Maichingen lässt seine Fahnenweihe 1912 fotografisch verewigen. Die Fahne begleitet die GSV-Chöre bis heute zu wichtigen Anlässen. Bild: z

  • Mit der Kulturschlachtplatte am 25. Januar eröffnen die GSV-Chöre ihr Jubiläumsjahr. Bild: Staber/A

  • liederkranz maichgingen , heute gsv 1912

Wie bewährt im kulinarischen Teil mit Hausmannskost kommt kommende Woche die 18. Kulturschachtplatte der GSV-Chöre. Damit allerdings wird ein Jahr eingeläutet, das für den Verein selbst ein Festschmaus wird: Der GSV Maichingen wird 75, die Fußballer feiern 100-Jähriges. Die Chorgeschichte beginnt gar schon 1870, womit die GSV-Chor-Sparte dieses Jahr auf ein 150-jähriges Bestehen zurückblicken kann.

Der Unterschied zwischen dem Chorsingen einst zur Realpräsenz der GSV-Chöre heute ist so gewaltig, dass Gemeinsamkeiten zufinden schwieriger scheint als Unterschiede. Wer jedenfalls heutzutage von oberster Stelle aus etwas über die GSV-Chöre erfahren will, der bekommt es mit einer Frau zu tun. Die derzeitige Vorsitzende der GSV-Chorsparte heißt Kristine Seidl. „Viel Probenarbeit, viel Organisationsarbeit im Vorfeld, auch eine finanzielle Herausforderung“, beschreibt sie am Telefon, was das Jubiläumsjahr bringen wird.


Sprung 150 Jahre zurück: Wer etwas über den Chor in Erfahrung bringen will, kann dafür das Telefon nicht nutzen. An dem tüfteln 1870 schon einige, in Gebrauch kommt es erst später. Und beim Ausspähen des Chorhäuptlings trifft er wirklich keine Squaw, er trifft Männer. Im Gründungsjahr heißt der Vorstand Ludwig Weiser, der bekannte Wirt des Hirsch, die musikalische Leitung hat ein Unterlehrer Göbel unterm stolzen Titel „Gesangdirektor“. Aber selbst am Vereinsnamen lassen sich kaum Verbindungen zum GSV ablesen. 1870 beginnt die Vereinsgeschichte mit der Gründung des Maichinger Liederkranzes.


Der ist eine reine Männerveranstaltung, wie aus dem in den Vereinsstatuten festgehaltenen Vereinszweck hervorgeht. „Der Verein bezweckt die Hebung und Förderung des Gesangs sowie das gesellige Leben durch Einüben gediegener Männerchöre“, heißt es da. Aufgenommen werden als aktive Mitglieder nur solche, die das 20. Lebensjahr überschritten haben, einen unbescholtenen Lebenswandel führen und „...wo mit Lust zum Gesang ein gutes Organ vorhanden...“. Letzte Bemerkung meint moderner formuliert wohl: Neben Bock zum Singen soll er's auch physisch bringen. Ausnahmen sind allerdings zugelassen. So dürfen auch 18- bis 20-Jährige beitreten, allerdings unter einer restriktiven Prämisse. Sie müssen „... sich durch eine dem Verein vorteilhafte musikalische Begabung auszeichnen.“ Womit sich der seltsame Schluss ergibt: Jenseits der 20 legten die Gründungsväter scheinbar kein explizites Augenmerk mehr auf musikalisches Talent.


Der komplette Artikel steht am Samstag in der SZ/BZ sowie auf www.szbz.de


Der Einstieg ins GSV-Jubiläumsjahr beginnt am Samstag, 25. Januar, 18 Uhr mit der 18. Kulturschlachtplatte der GSV-Chöre, Maichinger Turn- und Festhalle. Karten mit Tischreservierung im Frischemarkt Vietz.