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Von unserem Redaktionsmitglied Peter Bausch · 19.07.2017

Überschuss von 5,2 Millionen Euro

Sindelfingen: Wohnstätten erhöhen mit Gewinn von 2016 das Eigenkapital /  Herausforderung „Traube“

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>Solche Zahlen freuen den Eigentümer. Die Wohnstätten Sindelfingen, eine hundertprozentige Tochter der Stadt, weisen für 2016 einen Überschuss in Höhe von 5,2 Millionen Euro aus und machen weiter mit der Sanierung in der Altstadt.

Georgios Tsomidis, frisch gebackener Nachfolger von Georg Rothfelder, hat die neuen Zuschauertribünen im Serenadenhof hinter dem Alten Rathaus als 20 000 Euro schwere Spende des Wohnungsbauunternehmens für die Biennale vor einem Monat eingeweiht: „Wir haben in den drei Wohnungen, die wir im Fachwerkgebäude Lange Straße 25 saniert haben, einen Logenplatz für das Theater. Der Mietvertrag für eine Wohnung ist unterschrieben. Reserviert sind zudem alle fünf Eigentumswohnungen in den Gebäuden Hintere Gasse 12 und 14, die wir abgebrochen und durch einen Neubau ersetzt haben.“

Als „spannendes Projekt“ und „wahrscheinlich eine unserer größten Herausforderungen in der Altstadt“ sieht Georgios Tsomidis den Umgang mit der Kultkneipe „Traube“ gegenüber des Alten Rathauses. Der Pachtvertrag mit Wirt Andreas Ankele ist Ende März abgelaufen, die Gaststätte ist weiter geöffnet. Das Haus aus dem Jahr 1460, 1607 um ein zusätzlich eingezogenes Stockwerk erweitert, wird derzeit untersucht. Letzten September ist wegen Einsturzgefahr die Scheune hinter dem Haus abgerissen. „Wir warten auf die Ergebnisse“, sagt Georgios Tsomidis im Technik- und Umweltausschuss des Gemeinderats.

Die Wohnstätten, die Ende 2016 4068 Wohnungen, 36 gewerbliche Einheiten sowie 3538 Garagen und 257 Stellplätze in ihrem Eigentum hatten, haben 2016 erneut rund 10,5 Millionen Euro in die Sanierung ihres im Schnitt zwischen 40 und 60 Jahre alten Bestands gesteckt. Die Durchschnittsmiete liegt zum Jahresende 2016 bei genau 6,18 Euro pro Quadratmeter.

Das Unternehmen hat darauf verzichtet, die preisfreien Mieten an die Durchschnittswerte des Mietspiegels anzupassen. „Bei Summen zwischen 80 Cent und 1,50 Euro pro Quadratmeter hätte der mögliche Mehrertrag zwischen 3 und 5,5 Millionen Euro gelegen“, sagt Georgios Tsomidis. Die Wohnstätten erzielen trotzdem einen Jahresüberschuss in Höhe von 5 207 513,76 Euro und erhöhen das Eigenkapital, das nach dem Ausstieg von Daimler-Benz aus der 1927 gegründeten Firma Ende 2007 auf rund 60 Millionen Euro gesunken war, auf jetzt wieder knapp über 93 Millionen Euro. Das Unternehmen ist als „notenbankfähig“ eingestuft und bekommt deswegen günstige Bedingungen für die Geldbeschaffung.

„Die Wohnstätten sind ein gutes Pfund für die Stadt“, lobt CDU-Ratsfrau Maike Stahl stellvertretend für alle Fraktionen: „Es ist gut, dass wir keine Ausschüttung brauchen, auf Mieterhöhung verzichten und hohe Abschreibungen in der Altstadt vornehmen können.“ Auf die Nachfrage von Christine Rebsam-Bender (SPD) kündigte Georgios Tsomidis an, ab September einen zweiten Ausbildungsplatz im Unternehmen zu besetzen.

Der Pachtvertrag von Wirt Andreas Ankele für die Szenekneipe „Traube“ ist am 31. März abgelaufen. Das Gasthaus an der Langen Straße in Sindelfingen ist immer noch geöffnet, die Wohnstätten warten auf das Gutachten der Fachleute. Bild: P. Bausch