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Von unserem Redakteur Philipp Hamann · 21.03.2012

Über den Wolken in die Erstklassigkeit

Oberbürgermeister Dr. Bernd Vöhringer spricht gern von der „Sportstadt Sindelfingen“. Einen gehörigen Anteil an dieser Feststellung haben die Segleflieger. Der Flugsportverein fliegt seit diesem Jahr in der ersten Liga.

Ende August 2011 war es soweit. Da besiegelten Stefan Fromme (106,29 Stundenkilometer), Katrin Senne (101,71) und Sören Nölke (92,62) den Aufstieg in die Erstklassigkeit.

Dieser Wettbewerb der Vereine wird als dezentraler Wettbewerb auf einer Online-Plattform ausgetragen. Dabei fliegen die Piloten deutschlandweit in 19 bis 20 Wochenrunden um die Punkte. Gewertet werden die jeweils drei schnellsten Flüge eines Vereins, wobei die Berechnung der Geschwindigkeit in einem Zeitfenster von zweieinhalb Stunden erfolgt und dieser Schnitt mit dem Flugzeug-Index bewertet wird. In der ersten und zweiten Liga treten jeweils 30 Vereine gegeneinander an.

„Wenn man sich die Leistung von 2011 anschaut, können wir sehr zuversichtlich in die Bundesliga-Saison gehen“, so der FSV-Vorsitzende Guido Hasel.

Schließlich haben die Sindelfinger mit Katrin Senne auch eine ehemalige Segelflug-Weltmeisterin in ihren Reihen. Doch auch sie ist machtlos, wenn das Wetter nicht zum Segelfliegen passt: „Dann lässt man in der Bundesliga Punkte liegen.“ Stimmen die Bedingungen dagegen, kann man in den zweieinhalb Stunden rund 300 Kilometer fliegen.

Für Katrin Senne ein Klacks. Sie flog schon über 1000 Kilometer weit. Nicht immer gelingt aber die Landung am gewünschten Ort. „In Litauen musste ich mal Stunden warten, bis ich abgeholt wurde, denn dort gab es noch nicht mal ein Telefon“, sagt die Aidlingerin.

Diese Unwägbarkeiten machen auch für Dieter Fromme, den Ausbildungsleiter beim FSV Sindelfingen den Reiz am Segelfliegen aus. Aber nicht nur das: „Ein wichtiger Punkt ist sicherlich auch das Gefühl der Freiheit. Man kann in der Luft völlig vom Alltag abschalten.“ Auch Dieter Fromme ist überzeugt, dass der FSV in der Bundesliga eine gute Rolle spielen kann. „Der Südwesten ist eine absolute Segelflug-Hochburg. Die Bedingungen durch die gute Thermik im Schwarzwald, auf der Alb und auch an den Alpen sind einfach hervorragend.“ Nicht nur deshalb finden immer mehr Menschen den Zugang zum Segelfliegen. Peter Röhm ist einer von ihnen: „Man überwindet Grenzen. Mein erster Alleinflug über 50 Kilometer war ein einmaliges Erlebnis.“

Allerdings ist dieser Sport, mit Ausnahme von Katrin Senne, fast eine Männer-Domäne. Für Peter Röhm völlig unverständlich: „Segelfliegen ist doch auch ein Frauen-Sport. Im Cockpit ist uns das weibliche Geschlecht absolut ebenbürtig. Ich glaube, das ist eine Kopfsache.“ Beim FSV Sindelfingen sind deshalb Frauen, die sich für das Segelfliegen interessieren jederzeit willkommen.

„Segelfliegen ist kein teurer Sport. Die Flugzeuge werden schließlich vom Verein gestellt“, so Dieter Fromme. Nach erfolgreicher Prüfung kann man dann vielleicht sogar Bundesliga-Punkte für den FSV beitragen. Das gibt es in keiner anderen Sportart und deshalb halten die Segelflieger auch die Fahne für die Sportstadt Sindelfingen hoch.

Die Segelflieger sind als nach ihrem Aufstieg das einzige erstklassige Team aus Sindelfingen. Bild: z

Startbereit. Die Sindelfinger Segelflieger wollen in der 1. Bundesliga zu neuen Höhenflügen ansetzen. Bild: z