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Thomas Oberdorfer · 14.03.2019

TVD: Ex-Profi als Co-Trainer

Ex-Profi Mario Eggimann hat beim TV Darmsheim eine neue Heimat gefunden / Künftig Co-Trainer

Die Autobahn in Richtung Schweiz muss in der Nähe sein. Das war eine Bedingung. Der Flughafen auch ums Eck, der Abstand zu den Schwiegereltern nicht zu weit, aber auch nicht zu gering. „Das waren einige der Parameter, die erfüllt sein mussten, als wir unsere Zelte in Berlin abgebrochen haben und etwas Neues suchten“, erzählt Mario Eggimann, ehemaliger Profifußballer. 2015 hatte er seine Karriere beendet, zuletzt spielte er in der zweiten Liga beim 1. FC Union Berlin.
Er setzte sich mit seiner Frau ins Flugzeug, im Großraum Böblingen standen einige Besichtigungen an. Alle hatten sich aber zerschlagen, kaum war das Duo in Echterdingen gelandet. Die Fügung wollte es, dass ein Immobilienmakler in Darmsheim noch ein Angebot hatte. Er sagte der Familie Eggimann zu, seit September 2016 wohnt der zehnmalige Nationalspieler der Schweiz in dem Sindelfinger Teilort und fühlt sich „sehr wohl. Das Umfeld ist sehr angenehm, die Leute sind sehr nett.“ Letztlich sei es purer Zufall gewesen, dass sie in Darmsheim gelandet seien.
Überraschend erhält Tobias Lindner, mit Wolfgang Buck noch bis Ende der Saison Trainer des TVD, im Januar einen Anruf. „Mario meldete sich bei mir und hat mich gefragt, ob wir noch einen Spieler brauchen können“, erzählt Lindner, „ich habe dabei an einen Spieler gedacht, den er unter Vertrag hat in seiner Agentur und der vielleicht wieder aufgebaut werden muss.“
 

Guter Draht zu Tobias Lindner

Im Gespräch stellt sich aber heraus, dass Eggimann sich in eigener Sache anbietet, dass er der Spieler ist, der Interesse daran hat, bei dem Landesligisten mitzuwirken. „Ich habe mich natürlich riesig gefreut“, erzählt Lindner. Er hat zu Eggimann einen guten persönlichen Draht, seitdem dieser bei den Fußballcamps des TVD, die federführend von Lindner organisiert werden, mitgeholfen hatte.
Von 1998 bis 2015 war Eggimann Fußballprofi. Seine Stationen waren der FC Aarau, der Karlsruher SC, mit dem er in die Bundesliga aufstieg, Hannover 96 und zuletzt eben Union Berlin. „Ich hatte 2015 aufgehört, ich hatte keine Lust mehr auf Fußballspielen. Dieser Sport ist extrem fordernd, er nimmt sehr viel Zeit in Anspruch, man ist extrem durchgetaktet“, sagt der 38-Jährige, der sich nach seiner Karriere körperlich fit hielt, der drei Ironman-Wettbewerbe der Halbdistanz absolvierte.
Seit Beginn der Vorbereitung ist Mario Eggimann Teil der Mannschaft. Er habe schon in der ersten Trainingseinheit nach wenigen Minuten gespürt, dass es sich beim TVD „um ein tolles Team und tolle Jungs“ handele. Er bezieht das zunächst weniger auf den sportlichen Bereich, sondern vielmehr auf den Charakter der Mannschaft, auf deren Auftreten und deren Art zu trainieren. „Hier wird keiner abgegrätscht, es wird nicht gemeckert und kein dummes Zeug geschwätzt“, sagt Eggimann. Zu einem Einsatz hat es in den beiden ersten Landesliga-Spielen für den Schweizer noch nicht gereicht. Dafür haben der TVD und Eggimann Nägel mit Köpfen gemacht. In der kommenden Saison wird er auf dem Eichelberg Co-Trainer vom neuen Coach Marcel Lindner (die SZ/BZ berichtete).
Der 38-Jährige hat im vergangenen Jahr eine Agentur gegründet. Er berät vornehmlich Fußballer, aber auch Athleten anderer Sportarten. Derzeit hat Eggimann 40 Klienten unter Vertrag aus unterschiedlichen Altersklassen. Jetzt von Darmsheim aus, denn die Schweiz ist nah und der Flughafen auch.